zur Navigation springen

Lastwagen-Anschlag in Berlin : IS beansprucht Terrorangriff für sich, Verdächtiger wieder frei

vom

Gegen den Tatverdächtigen hat sich kein dringender Tatverdacht ergeben. Der Täter ist womöglich noch auf freiem Fuß.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2016 | 20:23 Uhr

Karlsruhe | Nach dem Lastwagen-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ist völlig unklar, wer für die Tat verantwortlich ist. Ein zunächst festgenommener Verdächtiger - vermutlich ein Pakistaner - kam am Dienstag wieder frei. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Abend in Karlsruhe mit. Unterdessen hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich in Anspruch genommen. Das IS-Sprachrohr Amak meldete am Dienstag im Internet, ein IS-Kämpfer sei für den Angriff verantwortlich gewesen.

Alle aktuellen Ereignisse lesen Sie auch in unserem Liveblog.

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben. Der Mann habe in seiner Vernehmung umfangreiche Angaben gemacht, eine Tatbeteiligung jedoch bestritten. Augenzeugen hätten den Lastwagenfahrer nach dem Anschlag nicht lückenlos verfolgt, die kriminaltechnischen Untersuchungen hätten außerdem keinen Beleg erbracht, dass der Mann im Führerhaus des Lastwagens gewesen sei.

Damit bleiben die Hintergründe eines der verheerendsten Anschläge in der bundesdeutschen Geschichte offen. Der oder die Täter könnten noch auf freiem Fuß sein. Ermittler und Politik gehen von einem terroristischen Hintergrund aus, rätseln aber über Motiv und Täter.

Schon im Verlauf des Dienstags waren Zweifel daran aufgekommen, dass der nahe der Siegessäule festgenommene junge Mann der gesuchte Terrorist sei. Daher sei noch offen, ob der Lastwagen-Anschlag mit mindestens zwölf Toten einen islamistischen Hintergrund hat, hatte Generalbundesanwalt Peter Frank am Dienstag. „Wir haben noch kein Bekennervideo.“ Für möglich gehalten wird auch, dass mehrere Täter am Werk waren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen