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Nach Anschlag in Berlin : Irrtümlich verhafteter Pakistaner fürchtet um sein Leben

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Aus der Onlineredaktion

Navid B. sagt, er sei nach seiner Festnahme geschlagen worden. Jetzt sieht er auch seine Familie in Gefahr.

Berlin | Der nach dem Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag irrtümlich festgenommene Pakistaner Navid B. hat in einem Gespräch mit der britischen Tageszeitung „Guardian“ über seine Zeit in Polizeigewahrsam gesprochen – und darüber, dass er um sein Leben und das seiner Familie bangt.

Laut dem Bericht habe er gerade das Haus eines Freundes verlassen und nur versucht, schnell die Bahn zu erreichen, als er von der Polizei gestoppt wurde. Man habe ihm die Hände gefesselt, ihn zu einer Polizeistation gebracht und später am Abend mit verbundenen Augen weitertransportiert. Zwei Polizeibeamte hätten ihre Fersen in seine Füße gebohrt, ein anderer mit der Hand Druck auf seinen Nacken ausgeübt. Dann hätten sie ihn ausgezogen und Fotos gemacht. „Als ich mich versuchte, mich zu wehren, begannen sie mich zu schlagen“, wird Navid B. zitiert. Seit seiner Verhaftung leide er unter Schlaflosigkeit.

Dabei habe er den Beamten ruhig erklärt, dass er gar kein Fahrzeug fahren könne, dass er nicht mal in der Lage sei, eins zu starten. „Ich habe ihnen erzählt, dass in meinem Land Tod und Krieg herrscht, dass dies der Grund sei, warum ich hier hergekommen bin“, sagt der Pakistaner. „Ihr in Deutschland versorgt uns mit Nahrung, medizinischer Hilfe und Sicherheit. Ihr seid wie meine Mutter. Wenn ihr herausfindet, dass ich solche Dinge in eurem Land getan haben sollte, dann dürft ihr mir keinen einfachen Tod gewähren, dann sollt ihr mich langsam aufschneiden“, heißt es in dem Artikel des Guardian.

Familie in Pakistan in Gefahr

Navid B. verließ Pakistan, da er einer Bewegung angehört, die Unabhängigkeit für die Region Belutschistan fordert – einer armen Region, die jedoch reich an Bodenschätzen ist. Seit seiner Festnahme fürchtet er um das Leben seiner Familie, die noch in Pakistan lebt. Einige seiner Cousins seien bereits umgebracht worden, da sie derselben Bewegung angehören.

Auch Navid B. selbst fühlt sich in Deutschland nun nicht mehr sicher. Die Polizei habe ihm gesagt, sein Leben sei in Gefahr, wenn er in seine bisherige Flüchtlingsunterkunft zurückkehre. Daher ist er derzeit an einem geheimen Ort untergebracht, wo er von der Polizei versorgt wird und die er informieren muss, wenn er diese verlassen möchte.

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erstellt am 30.Dez.2016 | 09:01 Uhr

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