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Atomkonflikt zwischen Nordkorea und den USA : Insel Guam: Ein idyllisches Fleckchen Erde im Kreuzfeuer der Politik

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Mitten im Pazifik liegt die Insel Guam. Doch warum soll das Eiland eigentlich Ziel eines Raketenangriffs werden?

Hagåtña | Von der kleinen Insel Guam im Westpazifik, etwa 2000 Kilometer östlich der Philippinen, haben sicher bisher die wenigsten etwas gehört. Und wenn überhaupt, ist ihnen die Insel wegen ihrer weißen Sandstrände und beeindruckten Korallenriffe nur als Touristenziel bekannt. Trotzdem hat es Guam zu großer Bedeutung auf der politischen Weltbühne gebracht.

Nordkoreas Militär hat den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht und damit einen der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt.

Ein 360-Grad-Foto zeigt die Idylle:

Die Insel gehört seit 1898 zu den USA. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Guam nach der Attacke auf Pearl Harbour 1941 von den Japanern besetzt. Drei Jahre später eroberten die USA das Land zurück.

<p>Guam im Zweiten Weltkrieg.</p>

Guam im Zweiten Weltkrieg.

Foto: imago/ United Archives

Danach bauten die Amerikaner den Hafen zu einem Marinestützpunkt für Atom-U-Boote mit Mittelstreckenraketen aus. Schon im Koreakrieg (1950-1953) war der Stützpunkt von großer strategischer Bedeutung. Im Vietnamkrieg diente die Insel den USA als Ausgangspunkt für Luftangriffe. Aus diesem Grund ist Guam ein strategisch wichtiger Luftwaffenstützpunkt für die Amerikaner und stellt ein lohnenswertes Ziel für die Nordkoreaner dar.

<p>Soldaten vor der Küste Guams. </p>

Soldaten vor der Küste Guams.

Foto: dpa
 

Lage

Die Insel liegt 6298 Kilometer westlich von Hawai, 2058 Kilometer östlich der Philippinen und 2386 Kilometer südlich von Japans Insel Honshū. Geografisch gehört Guam zu Mikronesien und ist ungefähr 48 Kilometer lang. Mit einer Fläche von 544 Quadratkilometern ist die Insel etwas mehr als halb so groß wie Berlin.

Das Landschaftsbild ist geprägt von steil aufragenden Küstenklippen und einer schmalen Küstenebene im Norden. In der Inselmitte befindet sich eine Hügellandschaft, die Richtung Süden in Berge übergeht. Guam liegt in einer erdbebengefährdeten Zone. In vergangenen Jahren erreichten sie Beben von Stärke 7,0 bis 8,2 auf der Richter-Skala.

Guam

Aufgrund der schönen Landschaft ist Guam ein beliebtes Ziel für Touristen.

Foto: imago/blickwinkel
 

Bewohner

Seefahrer, die vermutlich aus Indonesien oder von den Philippinen kamen, begannen schon vor rund 4000 Jahren, Guam zu besiedeln. Ihre Nachfahren, die sogenannten Chamorro, stellen heute den Großteil der Bevölkerung. 

Rund 160.000 Menschen leben auf der Insel. Die Bewohner gelten zwar als US-Bürger, dürfen sich aber zum Beispiel nicht an Präsidentschaftswahlen beteiligen.

Staatsoberhaupt

Regiendes Staatsoberhaupt Ist der jeweils amtierende US-Präsident, also aktuell Donald Trump. Das Amt des Gouverneurs hat der Republikaner Eddie Calvon inne. 

Sprache

Amts- und Verkehrssprache ist Englisch und wird von 38,3 Prozent der Bevölkerung gesprochen. Daneben sprechen 22,2 Prozent Chamorro, 22,2 Prozent philippinische Sprachen und sieben Prozent eine andere asiatische Sprache.

Religion

Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung gehören dem katholischen Glauben an. Der Rest bekennt sich zu anderen Religionen.

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erstellt am 09.Aug.2017 | 14:50 Uhr

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