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Konflikte : Innerkoreanischer Industriepark wird wieder geöffnet

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Süd- und Nordkorea haben sich auf die Wiedereröffnung des seit fünf Monaten geschlossenen Industrieparks in Kaesong geeinigt.

Die Firmen aus dem Süden können am Montag den Betrieb in der Sonderwirtschaftszone wieder aufnehmen, wie das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap mitteilte. Zuvor soll es einen Testlauf geben.

Pjöngjang hatte im April angesichts zunehmender Spannungen zwischen beiden Ländern alle 53 000 Nordkoreaner aus dem Komplex abgezogen, die dort in südkoreanischen Fabriken arbeiteten. Zuvor waren UN-Sanktionen gegen Nordkorea verschärft worden, nachdem das Land einen neuerlichen Atomtest vorgenommen hatte. Das kommunistische Regime drohte daraufhin den USA, aber auch seinem Nachbarn Südkorea mit einem Atomschlag.

Die nun nach nächtlichen Verhandlungen getroffene Übereinkunft sieht laut Yonhap vor, dass die südkoreanischen Firmen in Kaesong weder die im Mai fällig gewordene Steuerzahlung für 2012 noch jene für die restlichen Monate des laufenden Jahres leisten müssen. Der Norden habe angekündigt, auf die Steuern zu verzichten, um die Verluste der Firmen zu kompensieren, sagte der südkoreanische Unterhändler der Gespräche, Kim Ki-Woong, der Nachrichtenagentur.

Zudem könnte der Zugang zur Sonderwirtschaftszone für die südkoreanischen Beschäftigten vereinfacht werden. Bis zur Schließung konnten sie Kaesong nur im Autokonvoi erreichen und sich nur eingeschränkt im Gelände bewegen. Seoul und Pjöngjang führen zudem Gespräche darüber, ob die Geschäftsleute künftig Handys und das Internet nutzen dürften. Die eingeschränkte Kommunikation auf dem nordkoreanischen Gelände war laut Yonhap bisher ein Wachstumshemmer der Wirtschaftszone. Die Fortschritte, die im neuerlichen Abkommen erzielt worden seien, könnten beitragen, dass Kaesong ein global wettbewerbsfähiger Industriepark werde, sagte Kim.

Pjöngjang und Seoul hatten sich bereits Mitte August prinzipiell auf eine Wiedereröffnung Kaesongs geeinigt. Der Komplex rund zehn Kilometer nördlich der koreanischen Grenze galt bis zur Schließung als wichtiger Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden. Südkoreanische Betriebe wiederum profitierten von den billigen Arbeitskräften des Nordens. Das einzige größere bilaterale Wirtschaftsprojekt wurde 2004 in Betrieb genommen und galt als Vorstoß in den Beziehungen der ansonsten verfeindeten Staaten. Der kommunistische Norden und der demokratische Süden hatten den Korea-Krieg 1953 lediglich mit einem Waffenstillstandsabkommen, nie aber mit Frieden beendet.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 10:33 Uhr

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