Protestbrief angekündigt : Inger Støjberg sauer: Flüchtlinge von Mærsk-Schiff dürfen nicht in Italien an Land

Die dänische Integrationsministerin Inger Støjberg gilt als Hardlinerin.

Die dänische Integrationsministerin Inger Støjberg gilt als Hardlinerin.

Ein Mærsk-Schiff rettet auf italienisches Geheiß Flüchtlinge. Jetzt lässt Rom sie nicht an Land: Kopenhagen ist erzürnt.

shz.de von
25. Juni 2018, 12:12 Uhr

Rom/Kopenhagen | Dänemarks Ausländer- und Integrationsministerin Inger Støjberg ist empört: Am Sonntag hat die italienische Küstenwache das dänische Containerschiff Alexander Mærsk gebeten, im Mittelmeer treibende Flüchtlinge aus Seenot zu retten und an Bord zu nehmen. Doch nachdem dies geschehen war, weigerten sich die italienischen Behörden auf Anweisung des Innenministers Matteo Salvini, die 113 Schiffbrüchigen im Hafen Pozzallo auf Sizilien an Land zu lassen. Nur eine schwangere Frau und vier Kinder durften den Fuß auf den Boden setzen. Die anderen harren in Decken gehült an Deck des Containerfrachters aus, nachdem sie wohl mehrere Tage auf dem Wasser unterwegs waren.

„Es ist unangemessen, dass Mærsk in eine Situation gebracht wird, in der sie ihr Schiff mit Migranten füllen. Insbesondere mit Migranten, denen man auf Bitte der Behörden geholfen hat. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass die Italiener eine Ablieferung in einem italienischen Hafen zulassen“, erklärte die Ministerin gegenüber „Danmarks Radio“.

Sie nannte die italienische Haltung unhaltbar und kündigte an, dem italienischen Innenminister Matteo Salvini, dem Chef der rechtsextremen Regierungspartei Lega, einen Protestbrief zu senden. Auch Staatsminister Lars Løkke Rasmussen hatte erklärt, Italien müsse internationalen Verpflichtungen nachkommen.

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