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Aufnahme in Landesunterkünften : In SH und Hamburg kommen weniger Flüchtlinge an

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in SH und Hamburg sinkt. Nicht mal die Hälfte der Plätze in den Landesunterkünften in SH ist belegt.

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Hamburg und Schleswig-Holstein ist stark rückläufig. In Schleswig-Holstein wurden bis Dienstag 573 Asylsuchende registriert, für deren Aufnahme das Land zuständig ist. Im Februar waren es noch 2069 Menschen, die Schleswig-Holstein neu aufnehmen musste. Die fast 12.800 Plätze in den Landesunterkünften für Flüchtlinge waren zur Monatsmitte nicht einmal zur Hälfte ausgelastet.

In SH kommen weniger Flüchtlinge an und mit der Unterbringung gibt es keine Probleme. In Hamburg ist die Lage aber nach wie vor angespannt. SH nimmt Flüchtlinge aus Hamburg auf - und lässt sich die Hilfe bezahlen.

Die Kapazitäten und die Auslastung der Erstaufnahmen in SH im Überblick (Stand 29. März 2016):

Erstaufnahmeeinrichtung Kapazitäten Belegungen Auslastung in %
Neumünster 1300 429 33
Boostedt 2000 781 39
Glückstadt 1128 147 13
Albersdorf 500 322 64
Eggebek 492 334 68
Kellinghusen 550 376 68
Kiel Ravensberg 640 315 49
Kiel Wik 500 76 15
Lübeck VFP 1152 257 22
Lütjenburg 1027 138 13
Putlos 1440 366 25
Salzau 320 54 17
Seeth 1406 588 40
Wentorf 297 150 51
Gesamt 12.752 4313 34

Quelle: Landesregierung SH

Hinweis: Die Landesunterkunft in Salzau wird zum 31. März 2016 geschlossen. Die in Salzau untergebrachten Personen wurden in den letzten Tagen auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt.

In Hamburg wurden in den ersten drei Märzwochen 1347 Flüchtlinge registriert, wie eine Sprecherin des Zentralen Koordinierungsstabes am Dienstag sagte. Von diesen sollten 413 in der Hansestadt bleiben. Im Februar waren 2841 Schutzsuchende gezählt worden, von denen 2342 Hamburg zugewiesen wurden. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Karin Prien, forderte nach Angaben des „Hamburger Abendblatts“ den Senat auf, die Planungen für neue Flüchtlings-Wohnviertel zu korrigieren und „die Großsiedlungen zu stoppen“.

Der Hamburger Flüchtlingskoordinator Anselm Sprandel lehnte indes eine Kursänderung ab. „Derzeit verfolgen wir unsere Planungen weiter, da nach wie vor viele Menschen in prekären Unterkünften wie Baumärkten – und in kleinerer Zahl auch in Zelten – untergebracht sind“, erklärte er.  Derzeit verhandelt Hamburg mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen über die Nutzung freier Plätze in Erstaufnahmelagern. Bis zu 1500 Flüchtlinge aus Hamburg sollen vorübergehend für maximal ein halbes Jahr in Schleswig-Holstein untergebracht werden. Die Kosten würde die Hansestadt tragen.

„In den vergangenen Tagen und Wochen haben wir in Schleswig-Holstein einen spürbaren Rückgang der Flüchtlingszahlen wahrgenommen“, erklärte Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler (SPD). „Daraus einen Trend für den weiteren Verlauf der Zugangszahlen abzuleiten, wäre allerdings verfrüht.“ Das Innenministerium werde die Entwicklungen auf dem Balkan und in Griechenland sehr genau beobachten und sei auf die verschiedenen Szenarien vorbereitet.

CDU-Fraktionschef Daniel Günther sagte zum Rückgang der Flüchtlingszahl: „Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Verhandlungen durchgesetzten Maßnahmen auf europäischer Ebene greifen ebenso wie das Asylpaket II.“ Es müsse aber abgewartet werden, wie sich die Zahlen in den wärmeren Monaten entwickelten.

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