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Terror in Brüssel : #IchbinWelt: Frauke Petrys Facebook-Schelte sorgt für Ärger

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Nach den Anschägen von Brüssel trauern viele im Netz. Für AfD-Frau Frauke Petry sind das „Heuchler“.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 12:09 Uhr

#PrayforBelgium, #JesuisBruselles – das Internet gedenkt der Opfer der Terroranschläge von Brüssel. Kreative Zeichnungen fluten die sozialen Netzwerke. Es ist die neue Möglichkeit der kollektiven Trauer, ein Zeichen der Solidarität. Nur einer passt das ganz und gar nicht: Frauke Petry.

Die Terroranschläge in Brüssel haben die Welt erschüttert. Sie haben gezeigt: Jeder kann zum Opfer werden, jeder ist betroffen. Deshalb wollen viele reagieren, ihr Mitgefühl zeigen. Das einfachste Mittel dazu sind für viele soziale Netzwerke.

Die AfD-Chefin beschimpft die Trauernden bei Facebook als „Heuchler“. Die tausendfach geteilten Zeichnungen seien doch bloß „nutzlose Bilder“. Petrys Hauptkritikpunkt: „Jetzt werden Sie nämlich wieder irgendetwas sein. Sie waren Charlie, sie waren Paris und jetzt sind alle Brüssel oder gar Belgien“, schreibt Petry. „Nun werden alle so damit beschäftigt sein, gegen rechte Hetzer aufzustehen und zu demonstrieren, dass sie dabei vergessen, etwas dagegen zu tun! Dann heißt es vielleicht bald: Ich bin Berlin, Rom, Malmö und Rotterdam!“ Deshalb plädiert Petry für den Hashtag #IchbinWelt. „Das passt immer und vor allem immer öfter, ihr Heuchler“, schimpft Petry weiter.

+++ Terror in Brüssel +++Es geht um unsere Identität als freiheitlich aufgeklärte Europäer!Wir sind fest...

Posted by Dr. Frauke Petry on  Dienstag, 22. März 2016

Zahlreiche politische Botschaften folgen („Der Traum vom bunten Europa ist kaputt, weggebombt zum wiederholten Mal! Akzeptiert es endlich!“). Die Reaktionen sind zahlreich. Inzwischen wurde der Beitrag über 4600 Mal geteilt und zählt über 1400 Kommentare. Der Tenor ist gemischt. Sascha Pallenberg kritisiert, Petry würde die Anschläge für ihre Politik ausnutzen: „Na das ist doch mal ein strategischer Schachzug, der diversen Propagandaministern gut zu Gesicht gestanden haette. Das Blut der Opfer ist noch nicht weggewaschen und Petry springt schon mittig in die roten Pfuetzen und schlachtet die feigen Anschlaege aus. Was bist du nur fuer ein unappetitliches Persoenchen.“ Es gibt aber auch Fürsprecher. Thomas Gruber schreibt: „Da wird jetzt aber die Empörungsmaschinerie von ARD, ZDF und allen anderen Pinocchios auf Hochtouren laufen. Meinen Respekt Frauke für dieses absolut treffende Statement.“

Durchschlagenden Erfolg hat Petrys #IchbinWelt noch nicht. Erst fünf Mal wurde der Hashtag bis zum Vormittag bei Twitter benutzt.

Petrys Beitrag ist nicht der einzige pietätlose Politikerpost zu Brüssel. Vor Petry hatte schon die AfD-Europa-Abgeordnete Beatrix von Storch aus Lübeck mit einem Beitrag („Viele Grüße aus Brüssel“) für Empörung gesorgt. Auch ein Post der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Vera Lengsfeld verbreitete sich auf Facebook. Sie machte implizit Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Anschläge mitverantwortlich. Mittlerweile ist ihre Facebook-Seite verschwunden, doch Tagesspiegel-Redakteur Sidney Gennies twitterte einen Screenshot des ursprünglichen Posts:

Im Gespräch mit dem Tagesspiegel soll Lengsfeld gesagt haben, sie habe lediglich einen Artikel der österreichischen „Kronen-Zeitung“ zum Terror in Brüssel teilen wollen – „aus Versehen“ aber auch die Kommentierung einer anderen Facebook-Nutzerin mit verbreitet. Doch damit nicht genug: Auf ihrer Webseite erklärt Lengsfeld nun, diese Aussage sei ihr in den Mund gelegt worden. Die frühere Bürgerrechtlerin spricht von einer Rufmordkampagne. „Ich habe nie gesagt, dass der Post aus Versehen passiert sein könnte.“

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