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Husumer Soldaten bleiben trotz Bedrohung gelassen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Die Bundesregierung hat versichert, dass sich deutsche Soldaten nicht an einem Militärschlag gegen das Assad-Regime beteiligen werden. Und doch könnte die Bundeswehr schon bald viel tiefer in den Syrien-Konflikt verstrickt sein, als ihr lieb ist. Schließlich sind 300 Luftwaffen-Soldaten, darunter 140 aus Husum, nur 100 Kilometer von der syrischen Grenze stationiert. Mit Patriot-Raketenabwehrsystemen schützen sie die türkische 400 000-Einwohner-Stadt Kahramanmaras vor möglichen Vergeltungsschlägen der syrischen Armee. Die Türkei ist ein erklärter Gegner des Assad-Regimes und hat in den vergangenen Tagen die Verteidigungsstellungen an der 900 Kilometer langen Grenze zum südlichen Nachbarland mit zusätzlichen Truppen verstärkt.

„Ja, die Bedrohung ist da. Man muss grundsätzlich mit allem rechnen“, sagt Oberstleutnant Uwe Fehr (48; Foto). Der Kommandeur der Husumer Flugabwehrraketengruppe 26, der seit Ende August im südostanatolischen Kahramanmaras als stellvertretender Befehlshaber des deutschen Einsatzkontingents fungiert, demonstriert dennoch Gelassenheit. „Natürlich verfolgen die Soldaten in den Medien die Entwicklung des Syrien-Konflikts. Aber die Stimmung ist nicht angespannt. Wir verrichten hier ganz normal unseren Dienst.“ Eine erhöhte Alarmbereitschaft gebe es nicht. Die deutschen Soldaten seien in der Türkei bereits seit Ende Januar 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche einsatzbereit. Fehr: „Die Luftverteidigung lässt keine Abstufung zu.“

Auch bei der Bevölkerung hat der Husumer Offizier nach eigenen Angaben noch keine erhöhte Nervosität ausgemacht. „In Kahramanmaras gehen die Menschen ganz normal ihren Alltagsgeschäften nach.“ Gleichzeitig spürten er und seine Soldaten eine gewisse Dankbarkeit. „Die Menschen sind sehr erleichtert, dass Kahramanmaras zu den Städten gehört, die durch Patriot-Einheiten der Nato geschützt werden.“

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