US-Gebiet östlich der Dominikanischen Republik : Hurrikan „Maria“ verwüstet Puerto Rico - ein Toter

In Humacao hat der Hurrikan eine Tankstelle zerstört und Straßen überflutet.

In Humacao hat der Hurrikan eine Tankstelle zerstört und Straßen überflutet.

Der Wirbelsturm zerstört Häuser und reißt Bäume um. Der Strom fällt aus. Die Wiederherstellung könnte bis zu vier Monate dauern.

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21. September 2017, 08:16 Uhr

San Juan | Hurrikan „Maria“ hat auf Puerto Rico mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Das bestätigte Gouverneur Ricardo Rosselló dem US-Sender CNN am Mittwochabend (Ortszeit). Der Mann sei von einem Brett erschlagen worden, das der starke Wind von einem Haus gerissen habe. Über weitere Opfer sei noch nichts bekannt. „Wir haben immer noch kaum Informationen“, sagte Rosselló. Es sei noch nicht möglich, mit dem Südosten der Insel Kontakt aufzunehmen.

„Maria“ hatte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern in Puerto Rico große Schäden und flächendeckende Stromausfälle verursacht. „Puerto Rico wird, wenn wir das überstanden haben, definitiv eine zerstörte Insel sein“, sagte der Direktor der Notfallbehörde, Abner Gómez, in San Juan. Es gibt überall starke Überschwemmungen und zahlreiche zerstörte Häuser in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt.

Die Grafik zeigt die Zugbahn von Hurrikan „Maria“.
dpa

Die Grafik zeigt die Zugbahn von Hurrikan „Maria“.

 

Auf den Straßen flogen Hausdächer umher, Autos wurden wie Spielzeug umgeworfen und zahllose Bäume entwurzelt. Die Karibik wird nach „Irma“ bereits vom zweiten enorm starken Hurrikan binnen weniger Wochen getroffen.

Umstürzende Bäume sind für die Inselbewohner eine große Gefahr.
dpa

Umstürzende Bäume sind für die Inselbewohner eine große Gefahr.

 

Gómez rief die Menschen auf, die Häuser nicht zu verlassen, auch weil umstürzende Bäume ein Risiko darstellten. In ganz Puerto Rico sei der Strom ausgefallen - damit sind rund 3,4 Millionen Einwohner der Insel ohne Elektrizität. Die Wiederherstellung der Stromversorgung auf dem vorherigen Niveau ist eine der größten Herausforderungen. San Juans Bürgermeisterin Carmen Yulin Cruz sagte, dass dies bis zu vier Monate dauern könnte. Es wurden hunderte Notunterkünfte errichtet.

Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares verhängte zudem eine nächtliche Ausgangssperre von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens, die bis Samstag gelten soll. Er rief zur Ruhe auf und sprach von „schwierigen Tagen für Puerto Rico“. Er forderte US-Präsident Donald Trump auf, für die gesamte Insel den Katastrophenzustand zu erklären, um rasche Hilfsmaßnahmen zu veranlassen. „Das ist ein Sturm ohne Beispiel“, sagte der Gouverneur. „Maria“ brachte enorme Regenmengen mit sich.

UN-Generalsekretär António Guterres ließ mitteilen: „Die Vereinten Nationen stehen bereit, um allen von diesem jüngsten Hurrikan betroffenen Nationen und Territorien zu helfen.“ „Maria“ bewegte sich in Puerto Rico Richtung der Stadt Arecibo an der Nordküste. Die Insel wurde zuletzt 1928 vom Hurrikan „San Felipe“ stark getroffen.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami gab in der Nacht zu Donnerstag immerhin Entwarnung für die Insel. Der Sturm der Stärke 3 bewege sich rund 85 Kilometer von der im Osten gelegenen Stadt Punta Cana mit bis zu 185 Kilometern pro Stunde nordostwärts und solle am Donnerstag an der Dominikanischen Republik vorbeiziehen. Danach werde sich „Maria“ weiter in Richtung Bahamas bewegen. Unklar ist noch, ob der Hurrikan am Wochenende das US-Festland treffen könnte.

Der assozierte Freistaat Puerto Rico

Puerto Rico („Reicher Hafen“) ist das größte Außengebiet der USA. Die Einwohner sprechen mehrheitlich Spanisch. Die östlichste Insel der Großen Antillen ist mit rund 9000 Quadratkilometern in etwa so groß wie Zypern. Puerto Rico stand zuletzt mehrfach am Rand der Pleite und war auf Hilfe aus Washington angewiesen. Als assoziierter Freistaat gehört Puerto Rico aber nicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Bewohner sind US-Bürger, dürfen aber nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen. Im Juni sprachen sich die Bürger in einem Referendum dafür aus, dass die Insel der 51. Bundesstaat der USA werden soll. Doch das letzte Wort hat hier der US-Kongress.

 

„Maria“ könnte auch US-Festland treffen

Hurrikans entstehen, wenn das Wasser der Ozeane mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Dann steigt feuchte, warme Luft nach oben, die zu wirbeln beginnt und dem Sturm Energie gibt. Nach dem Durchzug in Puerto Rico könnte „Maria“ an der Dominikanischen Republik vorbei Richtung Bahamas ziehen. Unklar ist noch, ob er am Wochenende das US-Festland treffen könnte. Der Vorgängerhurrikan „Irma“ hatte große Schäden in Florida hinterlassen.

Der für die Zusammenarbeit mit der US-Regierung zuständige Regierungsbeamte Carlos Mercader sagte, dass es schnelle Hilfe aus den USA geben solle. Aber starke Winde und der Regen seien ein Hindernis. Es gebe eine Reihe von Flugzeugen und Schiffen, „die bereit sind ihren Einsatz zu starten, um mit aller Kraft den Wiederaufbau zu beginnen“, sagte Mercader dem US-Sender CNN.

Noch ist der Flughafen von San Juan geschlossen. „Es gibt einige Schäden, aber der Flughafen ist nicht zerstört worden, wie es in sozialen Medien verbreitet worden ist“, teilte der Flughafen mit.

Die Behörden der Karibikinsel Dominica, die vor Puerto Rico von „Maria“ getroffen worden war, bestätigten dem Fernsehsender CNN derweil, dass 14 Menschen durch den Sturm gestorben seien. Auf der französischen Insel Guadeloupe starben zwei Menschen.

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