zur Navigation springen

Medienbericht aus Ägypten : Hurghada-Attentäter spricht gut Deutsch und beruft sich auf die Scharia

vom

Der Täter soll sich laut einer ägyptischen Zeitung mit den deutschen Opfern unterhalten haben, bevor er zustach.

shz.de von
erstellt am 16.Jul.2017 | 14:23 Uhr

Kairo | Der Messerstecher von Hurghada beruft sich einem Medienbericht zufolge auf das islamische Recht der Scharia. Der 28-Jährige Angreifer zweier deutscher Frauen habe dies in den Vernehmungen mit den Ermittlern gesagt, berichtete die private ägyptischen Zeitung „Al-Shorouk“ (Sonntag) unter Berufung auf informierte Kreise. Der Mann offenbare die Ideologie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Der Tourismus in Ägypten hatte lange Zeit wegen der Sicherheitslage gelitten. Wegen der Unruhe im Land nach dem Sturz von Machthaber Husni Mubarak im Februar 2011 und Terrorangriffen war die Zahl der Urlauber in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. In den vergangenen Monaten waren die Deutschen wieder verstärkt nach Ägypten gereist.

Die Scharia fußt auf dem Koran - militante Islamistengruppen berufen sich bei der Durchsetzung ihrer Terrorregime auf das Regelwerk. Ägyptische Sicherheitskreise hatten am Samstag verlauten lassen, der Täter habe mit dem IS über das Internet in Kontakt gestanden und von dort den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen.

Weiter berichtete die Zeitung, die als eine der vertrauenswürdigsten in Ägypten gilt, dass der aus dem Norden des Landes stammende Mann gut deutsch spricht und sich vor der Bluttat an einem Hotelstrand Hurghadas mit seinen beiden Opfern unterhalten habe. Danach habe er auf die beiden Frauen aus Niedersachsen eingestochen und sie getötet.

Der Reisekonzern Tui sieht nach dem Messerangriff unterdessen keine Auswirkung auf Ägyptenreisen. „Die Nachfrage nach Reisen nach Ägypten hatte deutlich angezogen. Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich hieran grundsätzlich etwas ändern wird“, sagte Sprecherin Anja Braun am Sonntag. Nach dem Anschlag seien bislang keine Rückreisewünsche bekannt geworden. Die Gäste würden ruhig und besonnen reagieren. Auch bei den Call Centern hätten sich nur wenige Urlauber über die Situation vor Ort informiert. Das Auswärtige Amt habe seinen Reise- und Sicherheitshinweis nicht verändert und keine Neubewertung der Lage in Ägypten vorgenommen.

Dort heißt es: „Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten.“ Bei Reisen nach Ägypten, einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer, werde generell zu Vorsicht geraten.

In den ersten drei Monaten 2017 kamen insgesamt 227.000 Besucher aus Deutschland in das nordafrikanische Land - ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den großen Veranstaltern Tui, FTI, Thomas Cook, DER Touristik und Alltours war die Zahl der Ägypten-Buchungen zuletzt kräftig gestiegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen