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Politik

20. August 2017 | 08:21 Uhr

Humor-Notstand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bisher ist die Prognose von Neil Postman nicht eingetroffen. Der US-Medienforscher hatte vor 35 Jahren vorausgesagt: „Wir amüsieren uns zu Tode“. Jetzt wollen ARD und ZDF einen neuen Versuch starten. Die Sender versprechen mehr Humor. Helau, Alaaf, der Zeitpunkt für die Ankündigung ist trefflich gewählt. Karneval und Ähnliches das ganze Jahr – nur mit kleinen pietätvollen Unterbrechungen. Etwa Karfreitag und Totensonntag. Noch sind Einzelheiten der Humor-Offensive geheim. Nur ein paar Details sind durchgesickert. So soll etwa der gerade aus der ZDF-Anstalt entlassene Urban Priol eine eigene Sendung erhalten unter Mitwirkung des Franzosen Alfons, dessen Pointen so flach sind wie Priols Haare hochstehend. Ob in der Humor-Abteilung der Öffentlich-Rechtlichen schon einmal jemandem aufgefallen ist, dass nicht die Menge, sondern der Inhalt das Problem ist? Da tingelt beispielsweise eine Truppe von Spaßmachern der Güteklasse 4 unter dem Motto Intensivstation durch die Provinzen und die Hörfunk- und TV-Kundschaft wird wochenlang mit den Darbietungen belästigt. Zugegeben, es gibt auch Lichtblicke: Die Heute-Show gehört dazu, vorgeführt allerdings nicht von einem Kabarettisten, sondern von einem gelernten Sportreporter. Dass die in ihrem Arbeitsbereich oft ungewollt komisch sind, ist eine andere Geschichte. Auch Olli Dittrich alias Dittsche kann wirklich komisch sein. Aber er muss sich beim WDR zur Geisterstunde verkriechen, wenn er denn überhaupt auftritt. Ein Jammer auch, dass Harald Schmidt ausgelaugt ist. Es droht Humor-Notstand.

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erstellt am 25.Feb.2014 | 12:08 Uhr

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