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Bundestagswahlkampf : Horst Seehofer: Merkel ist Stabilisator und Führungskraft in Europa

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Nach erbitterten Vorwürfen gegen die Kanzlerin ist der CSU-Chef jetzt voll des Lobes. Höchste Form der Anerkennung: Merkel soll so bleiben, wie sie ist, meint Seehofer.

Berlin | CSU-Chef Horst Seehofer hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) trotz der tiefgreifenden Differenzen in der Flüchtlingspolitik als entscheidenden Trumpf der Union bezeichnet. „Wir werden nur mit Angela Merkel diesen Wahlkampf gewinnen. Das ist unser größter Trumpf. Und mit niemandem sonst“, sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Das sage ich als jemand, der auch die ein oder andere Debatte mit ihr hat.“

Man müsse Merkels wichtige Funktion in einer aufgewühlten Welt als „Stabilisator, als Führungskraft gegenüber den Amerikanern und anderen, insbesondere auch in Europa sehen“. Er fügte hinzu: „Und innenpolitisch kann sie ja für sich reklamieren, dass es Deutschland noch nie so gut ging wie in der Gegenwart.“ In der Geschichte der Bundesrepublik habe es nie eine bessere wirtschaftliche Lage gegeben. Das heiße nicht, dass es nicht auch künftig unterschiedliche Auffassungen geben werde wie etwa über die CSU-Forderung nach bundesweiten Volksentscheiden. „Da werden wir ein bisschen Schwierigkeiten haben, zu einer gemeinsamen Auffassung zu kommen. Aber ansonsten funktioniert das jetzt sehr gut“, versicherte Seehofer.

Merkel sei weder müde noch amtsmüde. „Sie ist in der Früh um zwei Uhr, wenn wie zuletzt der Koalitionsausschuss noch tagt, nach meinem Eindruck noch bedeutsam fitter und konzentrierter als ich zum Beispiel, aber auch als viele andere Teilnehmer. Unheimlich, wie stabil und wie zäh sie ist.“ Sie sprühe geradezu vor Ideen für den Bundestagswahlkampf. Er betonte: „Sie ist eine authentische Persönlichkeit, und sie sollte auch so bleiben, wie sie ist.“

AfD-Einzug in den Bundestag noch nicht sicher

Ein Einzug der AfD in den Bundestag ist nach Ansicht Seehofers noch keineswegs sicher. „Diese neue inhaltliche Auseinandersetzung, diese klaren Alternativen, die sich jetzt gegenüberstehen in Deutschland, die CDU/CSU und die SPD mit sehr unterschiedlichen Zielrichtungen, sind ein Beitrag dazu, dass die AfD zurückgedrängt wird“, sagte er.

Nach dem jüngsten Sonntagstrend, den Emnid wöchentlich für die „Bild am Sonntag“ erhebt, kommt die AfD aktuell auf acht Prozent. Union und SPD liegen weiter gleichauf bei 33 Prozent.

Seehofer betonte, die Union wolle Wähler zurückgewinnen, die sich für die AfD entschieden hätten. „Und deshalb glaube ich, kann es überhaupt keine Diskussion geben, dass wir nur mit Angela Merkel die Bundestagswahl gewinnen können. Und ich sage Ihnen: Wir werden sie gewinnen.“ Er könne keine Wechselstimmung zugunsten der SPD feststellen. „Die Wahl im Saarland war ja ein Indiz dafür.“

Der Streit um die Zuwanderung sei berechtigt gewesen. „Wir wollen eine Begrenzung der Zuwanderung. Da gab es über die Wege und das Tempo Auseinandersetzungen. Das ist weitgehend überwunden und jetzt arbeiten wir als bürgerliche Parteien gut zusammen“, sagte Seehofer.

Der CSU-Chef hatte Merkel im Zuge der Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge 2015 unter anderem mit Verfassungsklage gedroht und ihr eine „Herrschaft des Unrechts“ vorgeworfen. Nun sagt Seehofer: „Was mir das Wichtigste ist, aber auch ihr, dass es ehrlich funktioniert. Wir inszenieren jetzt nichts für die Bevölkerung, sondern es ist eine ehrliche Zusammenarbeit, die auch inhaltlich getragen wird.“

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erstellt am 02.Apr.2017 | 12:15 Uhr

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