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CSU künftig mit Doppelspitze : Horst Seehofer bestätigt: Markus Söder wird bayerischer Ministerpräsident

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Am Montag wählte die CSU-Landtagsfraktion den 50-Jährigen einstimmig zum Wunschnachfolger an der Regierungsspitze. Horst Seehofer will Parteichef bleiben.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2017 | 14:04 Uhr

München | Jetzt ist es endgültig: Der bayerische Finanzminister Markus Söder soll Horst Seehofer Anfang 2018 als Ministerpräsident beerben. Die CSU-Landtagsfraktion wählte den 50-Jährigen am Montag in München einstimmig zu ihrem Wunsch-Nachfolger, wie es zunächst aus Teilnehmerkreisen hieß. CSU-Chef Horst Seehofer bestätigte siw Übergabe des Ministerpräsidentenamtes an Markus Söder am Montagnachmittag.

„Das Werk ist getan, möchte ich nach fast lückenlosen Gesprächen sagen“, sagte der 68-Jährige am Montag nach einer knapp dreistündigen Sitzung des Parteivorstands in München.  „Im Bereich des ersten Quartals 2018 werde ich meine Amtsgeschäfte übergeben. Das ist nach der bayerischen Verfassung so möglich“, betonte Seehofer, der zudem erklärte, auf dem Parteitag Mitte Dezember erneut für den Posten des Parteivorsitzenden kandidieren zu wollen. „Das war heute ein guter Tag für die CSU.“ Vorstand und Landtagsfraktion seien zuvor seinem Personalvorschlag einhellig gefolgt, sagte Seehofer. Er gehe daher davon aus, das auch der Parteitag dem Vorschlag folgen werde. „Ich habe Markus Söder und er mir eine gute Zusammenarbeit versprochen.“ Beide seien sich aber klar, dass Ankündigungen mit Worten nicht ausreichen, sondern mit Taten gelebt werden müssen. „Wir werden das beide tun.“

Damit ist der Machtkampf in der CSU entschieden. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) versprach seinem potenziellen Nachfolger Söder am Montag in einer Sondersitzung der CSU-Landtagsfraktion eine gute Zusammenarbeit. Der 68-Jährige, der Parteichef bleiben will, hatte Söder explizit genannt, hieß es am Montag aus Teilnehmerkreisen. Zugleich erklärte Innenminister Joachim Herrmann, dass er keine Kampfkandidatur gegen Söder anstrebe. Dies galt als letzter Unsicherheitsfaktor auf dem Weg Söders zum Regierungsposten im Freistaat.

Die Fraktion spendete Seehofer für seine Ankündigung stehend Beifall. Die 101 Abgeordneten wollen in der Sitzung ihren Favoriten für das Amt des Ministerpräsidenten wählen. Sollte Seehofer tatsächlich schon vor dem Ende der Legislaturperiode von seinem gewählten Ministerpräsidentenamt zurücktreten, hätte die Abstimmung auch für den Parteitag im Dezember bindende Wirkung, da die Landtagsfraktion den Nachfolger aus ihrer Mitte bestimmt. Söder hat dem Vernehmen nach eine große Anhängerschaft in der Fraktion.

<p>Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) benannte Markus Söder als seinen Nachfolger am Montag bei einer Sondersitzung der CSU-Landtagsfraktion.</p>

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) benannte Markus Söder als seinen Nachfolger am Montag bei einer Sondersitzung der CSU-Landtagsfraktion.

Foto: Sven Hoppe/dpa
 

Seehofer hatte bereits am Sonntag in internen Spitzengesprächen angekündigt, sein Regierungsamt abzugeben. Er ist entgegen früheren Aussagen sogar bereit, seinen Posten vor der Landtagswahl im Herbst 2018 zu räumen. Als möglichen Zeitpunkt habe er das erste Quartal genannt, hieß es in der engsten Parteiführung. Oberstes CSU-Ziel 2018 ist die Verteidigung der absoluten Mehrheit.

Parteichef will Seehofer aber bleiben: Er will sich auf dem Parteitag am 15. und 16. Dezember in Nürnberg wieder zur Wahl stellen. Dazu war er von vielen Teilen der Partei aufgefordert worden, etwa von seinem Heimatbezirk Oberbayern und vom CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber. Begründet wurde dies unter anderem mit der unklaren Lage in Berlin.

Seehofer und Söder galten über Jahre hinweg als erbitterte Gegner. Erst in den vergangenen Tagen hatte sich Seehofer nun mehrfach positiv über seinen Minister geäußert. Entscheidend auf dessen Weg zur Macht war vor allem der große Rückhalt des 50-Jährigen in der Fraktion. Seehofer sei nun klar geworden, dass es eine befriedende Lösung gegen den Willen der Fraktion nicht geben könne, hieß es.

Seehofer hatte nach dem Ende stundenlanger Spitzengespräche am Sonntagabend gesagt, er habe einen «Konsensvorschlag» gemacht, der allgemein gutgeheißen worden sei und mit dem man nun in Fraktion, Parteivorstand und wohl auch in den Parteitag gehen werde. Unklar ist aber noch, ob Seehofer ein Ministeramt in Berlin anstrebt, sollte es dort zu einer Regierungsbeteiligung der CSU kommen. Er habe dies zunächst offen gelassen, hieß es aus der engsten Parteispitze.

Seehofer stand seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl unter Druck, mindestens eines seiner Ämter abzugeben. Nach der Fraktion will am Montag auch der CSU-Vorstand über die Personalien beraten.

Erklärtes Ziel Seehofers und der CSU-Spitze ist es nun, den seit der Bundestagswahl teils erbittert geführten Machtkampf zu befrieden. Dieser hatte in den vergangenen Wochen für Verwerfungen bis hinein ins bayerische Kabinett geführt. Und noch vor wenigen Tagen wurden unzutreffende Nachrichten von einem Spitzentreffen bei Seehofer publik. Seehofer kritisierte denjenigen, der die Informationen falsch an Medien weitergegeben habe, ungewöhnlich scharf als „Dummkopf“.

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