Kommentar : Hoher Förderzins: Habecks Trick gegen Fracking

Wo kein Öl gefördert wird, kann auch nicht gefrackt werden.
Wo kein Öl gefördert wird, kann auch nicht gefrackt werden.

Mit der Erhöhung der Zinsen will Energieminister Robert Habeck die Ölfirmen vertreiben, meint Henning Baethge.

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18. Dezember 2014, 20:04 Uhr

Kiel | Ja, nee, is’ klar: Um die „nicht erneuerbaren Ressourcen“ wie Erdöl und Erdgas „zu schonen und langfristig zu sichern“, hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck jetzt den Förderzins für die beiden Rohstoffe verdoppelt. Schließlich würden diese Bodenschätze „der Gesellschaft gehören“, sagt er.

Weil allerdings die wertvollste nicht erneuerbare Ressource für einen verständigen Grünen wie Habeck noch immer der Mensch ist,liegt man wohl nicht falsch, wenn man einen ganz anderen Grund hinter der drastischen Zinserhöhung des Ministers vermutet: die Angst der Bürger vor dem umstrittenen Fracking.

Zwar bestreiten die Ölfirmen, dass sie die viel kritisierte Technik im nördlichsten Bundesland einsetzen wollen. Doch sind die Bürger in den potenziellen künftigen Fördergebieten von den Beteuerungen der Unternehmen nicht überzeugt. Und weil auch der Bund kein striktes Verbot vom Fracking plant, ist Habeck jetzt offenbar auf einen anderen Trick gekommen, die Methode zu verhindern: Wo kein Öl oder Gas gefördert wird, da kann auch nicht gefrackt werden – das ist der einleuchtende Gedanke des Grünen. Also hat er den Förderzins kurzerhand so teuer gemacht, dass die Unternehmen jetzt erschrocken abwinken. Der stark gesunkene Ölpreis spielt dem Minister dabei zusätzlich in die Hände.

Klar, einige neue Arbeitsplätze verschenkt Habeck so schon. Die entstehen jetzt womöglich in Niedersachsen, wo die Regierung viel aufgeschlossener gegenüber dem Fracking ist und den Förderzins für Öl und Gas gerade sogar gesenkt hat. Doch weil Habeck auf Druck seines Kabinettskollegen Reinhard Meyer die Ölgewinnung in der Nordsee vor Dithmarschen von allzu hohen Förderzinsen verschont, dürfte Schleswig-Holstein mit der Bohrinsel „Mittelplate“ auch künftig nicht nur frackingfreie Zone bleiben,sondern auch Deutschlands Ölförderland Nummer eins.

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