zur Navigation springen

Katholische und russisch-orthodoxe Kirche : Historische Begegnung: Papst Franziskus trifft Patriarch Kirill

vom
Aus der Onlineredaktion

Es wäre die erste Begegnung zwischen katholischer und russisch-orthodoxer Kirche. Seit 450 Jahren herrscht Funkstille.

Rom | In einer historischen Begegnung kommt Papst Franziskus am 12. Februar erstmals mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill zusammen. Die beiden Kirchenoberhäupter treffen sich auf Kuba, wie der Vatikan am Freitag mitteilte. Der Papst legt dort auf seinem Weg nach Mexiko eine Zwischenstation ein - die Reise dorthin ist seit längerem angekündigt.

Es ist die erste Begegnung zwischen einem Oberhaupt der katholischen Kirche und der russisch-orthodoxen Kirche, seit Moskau vor 450 Jahren zum Patriarchat erhoben wurde.

Franziskus und Kirill sollen am Flughafen von Havanna zunächst ein persönliches Gespräch führen und dann eine gemeinsame Erklärung verabschieden. Die Begegnung werde etwa zwei Stunden dauern.

„Dieses Treffen zwischen den beiden Oberhäuptern der katholischen Kirche und der russisch-orthodoxen Kirche, nach langer Vorbereitung, wird das erste in der Geschichte sein und markiert eine wichtige Etappe in den Beziehungen der beiden Kirchen“, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. „Der Heilige Stuhl und das Patriarchat Moskau hoffen, dass es auch ein Zeichen der Hoffnung für alle Menschen guten Willens sein wird.“

In jüngster Zeit gab es Signale der Annäherung zwischen dem Heiligen Stuhl und der orthodoxen Kirche. Seit Jahren wurde über ein historisches Treffen der Kirchenoberhäupter verhandelt.

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill gilt als Verfechter der Ökumene. Als Oberhaupt der mit rund 150 Millionen Anhängern größten orthodoxen Kirche hat der 69-Jährige bereits früher Schritte zu einer Annäherung an die katholische Kirche gewagt. So besuchte er 2012 als erster russisch-orthodoxer Patriarch das überwiegend katholische Polen.

Geboren wurde Kirill 1946 unter dem bürgerlichen Namen Wladimir Gundjajew als Sohn einer Priesterfamilie im damaligen Leningrad (St. Petersburg). In vier Jahrzehnten diente sich der studierte Theologe und Verfasser zahlreicher beachteter Glaubensschriften vom Priester bis an die Spitze seiner Kirche. Deren Geschicke lenkt er seit 2009.

Erst am vergangenen Montag hatte Kremlchef Wladimir Putin ihm zum Jahrestag seiner Wahl zum Patriarchen gratuliert. Kirill pflegt engen Kontakt zum russischen Präsidenten. Putin bindet die orthodoxe Kirche als Machtstütze aktiv in seine Politik ein. Er sieht in ihr einen starken Verbündeten im Kampf für traditionelle Werte und gegen westlichen Liberalismus. Kritiker sprechen von einer „unheiligen Allianz“ von Staat und Kirche.

Bereits 2007 hatte Kirill am Evangelischen Kirchentag in Köln teilgenommen. Auch wenn der Mann mit dem weißen Rauschebart offen für andere Konfessionen ist, können sich auch ultrakonservative orthodoxe Christen mit ihm identifizieren. Am 20. November feiert Kirill seinen 70. Geburtstag.

 

zur Startseite

von
erstellt am 05.Feb.2016 | 14:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen