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Baharia-Oase in Ägypten : Hinterhalt: Viele Tote bei Feuergefecht der Polizei mit Extremisten

vom

Schwerer Angriff auf Sicherheitskräfte in Ägypten: Polizisten werden in einen Hinterhalt gelockt und erschossen.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2017 | 15:14 Uhr

Kairo | Bei einem mehrstündigen Feuergefecht mit mutmaßlichen Extremisten sind in Ägypten offiziellen Angaben zufolge mindestens 16 Polizisten getötet worden. Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hieß es allerdings, es seien 50 Polizisten gestorben. Damit wäre der Vorfall einer der schwersten Angriffe auf Sicherheitskräfte in den vergangenen Jahren.

Das Innenministerium in Kairo berichtete zudem von 13 verletzten Polizisten und 15 getöteten oder verwundeten Terroristen. Demnach waren die Kräfte am Freitag angegriffen worden, als sie ein Versteck der Extremisten stürmen wollten. Diese hätten schwere Waffen eingesetzt. Lokalen Medien zufolge kam es zu dem Gefecht in der Baharia-Oase rund 300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kairo. Die umliegenden Gebiete würden durchsucht, erklärte das Innenministerium.

Das Bundesaußenministerium verurteilte den „hinterhältigen Angriff“ in aller Schärfe. Deutschland stehe im Kampf gegen den Terror an der Seite Ägyptens, sagte ein Sprecher in Berlin. Auch der ägyptische Ministerpräsident Scherif Ismael nahm am Sonntag vor dem Parlament in Kairo Bezug auf den Vorfall: „Terrorakte werden unsere Bemühungen, das Land aufzubauen und zu entwickeln, nicht aufhalten.“ Der ägyptischen Nachrichtenseite „Al-Masry al-Youm“ zufolge richtete sich die Razzia gegen die Hasm-Bewegung. Diese hatte sich in der Vergangenheit mehrfach zu Anschlägen in Ägypten bekannt. Die ägyptische Regierung bezeichnet sie als den bewaffneten Arm der in dem Land als Terrororganisation eingestuften islamistischen Muslimbrüder.

Im Internet kursierte eine Stellungnahme der Hasm-Bewegung, in der sie sich zu dem Angriff bekannte. Die Extremisten erklärten, sie hätten Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht überprüfen. Einen derart schweren Angriff hatte die Gruppe bislang nicht verübt.

Im Sommer 2013 war der zum Präsidenten gewählte Muslimbruder Mohammed Mursi nach Massenprotesten vom Militär gestürzt worden. Seitdem kommt es in Ägypten immer wieder zu Anschlägen, oft zielen diese auf Sicherheitskräfte. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist in Ägypten aktiv und beansprucht immer wieder Attentate für sich.

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