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Nach Ausstieg der USA : Hintergrund: Darum geht es im Pariser Klimaabkommen

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Die Erderwärmung soll begrenzt werden. Dafür wollen die Länder Emissionen reduzieren und arme Länder unterstützen.

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen, löste weltweite Kritik aus. Denn die Ende 2015 beschlossene Pariser Vereinbarung gilt als Meilenstein im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Ziel ist es, die Erderwärmung auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die Vertragsstaaten sollten sich aber anstrengen, sie bei 1,5 Grad zu stoppen. Die Vertragsstaaten sind außerdem verpflichtet, nationale Pläne zum Klimaschutz vorzulegen, die immer ehrgeiziger werden sollen. Aber: Die bisher angekündigten Anstrengungen reichen bei weitem nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu schaffen. Selbst wenn dies gelingt, werden Klimaforschern zufolge Wetterextreme wie Dürren, Fluten und Stürme zunehmen. Schmelzende Gletscher werden den Meeresspiegel ansteigen lassen. Einige Inselstaaten könnten von der Landkarte verschwinden. Worum geht es beim Abkommen im Detail?

Es ist ein Vertrag, der die Zukunft der Menschheit sichern soll: Das historische Klimaabkommen von Paris ist erst im November 2016 in Kraft getreten. Mit den USA hat einer der größten Klimasünder bereits das Handtuch geworfen – ein fatales Signal an die Weltbevölkerung.

Wann wurde das Klimaabkommen verabschiedet?

Am 12. Dezember 2015 wurde auf der UN-Klimakonferenz in Paris das Abkommen verabschiedet. Es trat am 4. November 2016 in Kraft, 30 Tage nach dem 55 Staaten, die zudem 55 Prozent der Emissionen verursachen, die Ratifizierung abgeschlossen hatten. Einen Tag vor Inkrafttreten hatten insgesamt 92 Staaten das Klimaschutz-Abkommen ratifiziert. 163 Nationen hatten bereits Klimaschutzpläne ausgearbeitet. Mit Stand vom 1. Juni haben alle Länder der Erde (bis auf Syrien, Nicaragua und die USA) das Abkommen anerkannt.

Wie soll das erreicht werden?

Um die Erderwärmung zu stoppen, wollen die Staaten den Netto-Ausstoß ihrer Treibhausgase in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf Null bringen. Sie dürfen dann nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen, wie etwa mit Waldanpflanzungen aus der Atmosphäre gezogen wird. Dafür müsste die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas von 2050 bis 2070 enden.

Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, dafür nationale Pläne zum Klimaschutz vorzulegen, die immer ehrgeiziger werden sollen. Entwickelte Länder und Regionen wie die EU haben relativ einfach strukturierte Ziele. So soll der Ausstoß an Treibhausgasen in Europa bis 2030 um mindestens 40 Prozent sinken im Vergleich zu 1990. Entwicklungsländer können ihr Ziel ähnlich formulieren oder auch ihre Emissionen ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung oder zur Bevölkerungsgröße setzen.

Wer soll das alles bezahlen?

Von 2020 bis 2025 sollen die Industriestaaten jährlich 100 Milliarden Dollar (ca. 90 Milliarden Euro) für Entwicklungsländer bereitstellen. Für die Jahre danach soll es ein neues, höheres Ziel geben. Andere Länder „werden darin bestärkt“, sich „freiwillig“ an der Finanzierung zu beteiligen. Außerdem erkennen die Vertragsstaaten die Notwendigkeit an, ärmeren Staaten bei Verlusten und Schäden durch den Klimawandel zu helfen. Es soll ein Versicherungssystem aufgebaut werden.

Ist das Abkommen verbindlich?

Entscheidende Teile der Vereinbarung sind völkerrechtlich verbindlich. Es gibt jedoch keine Strafen bei Nichterfüllung der Zusagen. Sogar der selbst erklärte Klima-Musterschüler Deutschland hat gerade sein aktuelles Ziel, bis zum Jahr 2020 rund 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als noch 1990, verfehlt.

Welche Rolle spielen die USA und Donald Trump?

Nach China sind die USA der zweitgrößte Klimasünder. Trump stellt mit der Entscheidung die Klimapolitik seines Vorgängers auf den Kopf. Schon im März hob er behördliche Vorschriften zum Klimaschutz auf. Er will den „Clean Power Plan“ zum Abbau der Treibhausgase bis 2030 um 32 Prozent gegenüber 2005 überarbeiten lassen. Ob die USA ihre Verpflichtungen so noch erreichen können, ist fraglich. Einige US-Bundesstaaten wollen aber selbst nach dem Rückzug aus dem Klimaabkommen ihre Verpflichtungen weiter erfüllen.

Warum hat Nicaragua das Abkommen nicht ratifiziert?

Nicaragua erklärte, das Abkommen greife zu kurz. Paul Oquist, Nicaraguas Klimaunterhändler sagte im Dezember 2015: „Der Pakt geht nicht weit genug und führt zu einem zweimal höheren Anstieg der Temperaturen als vereinbart.“ Die reichen Nationen müssten weit mehr tun, um die Treibhausemissionen zu vermindern und die Erde zu schützen.

Nicaragua zählt zu den vom Klimawandel am meisten betroffenen Ländern. Das Land gilt im mittelamerikanischen Raum aber als ökologischer Spitzenreiter in Sachen erneuerbarer Energien.

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erstellt am 02.Jun.2017 | 12:22 Uhr

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