Heute verlässt der Deichgraf den Potsdamer Landtag

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26. Juni 2014, 15:35 Uhr

Nach knapp 25 Jahren ist Schluss für Matthias Platzeck (Foto) im Potsdamer Landtag: Nach der letzten Sitzung vor der Wahl im Herbst räumt der 60-jährige SPD-Politiker heute seinen Platz im Plenarsaal. Für den neuen Landtag tritt er nicht mehr an. „Das ist schon ein Einschnitt“, sagt er. „Aber nach einem Vierteljahrhundert kann man sagen: Jetzt ist es auch gut.“ Seit der ersten Sitzung nach der Wende 1990 gehörte Platzeck dem Brandenburger Parlament an – als Umweltminister und elf Jahre lang als Ministerpräsident, unterbrochen von einem vierjährigen Intermezzo als Oberbürgermeister von Potsdam. Nach einem Schlaganfall trat er im August 2013 als Regierungschef zurück. Bundesweit bekannt wurde Platzeck 1997 als „Deichgraf“: Als Umweltminister kämpfte er gegen die Oderflut. Auch im vergangenen Jahr gab es eine Flut im Land, diesmal an der Elbe. „Da hieß es damals, das waren die vier Wochen Stress mit dem Hochwasser“, sagt Platzeck heute über seinen gesundheitlichen Zusammenbruch vor einem Jahr. Dabei werde vergessen, dass das ein längerer Prozess sei. „25 Jahre Regierungsarbeit hinterlassen ihre Spuren.“ Gesundheitlich gehe es ihm wieder gut, betont er. Reden hielt er zuletzt keine, Anfragen stellte er auch nicht. Er habe die Fragen mit den Ministern – die meisten noch von ihm berufen – daher stets direkt geklärt.

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