Heuss unterm Hammer

shz.de von
06. Juni 2014, 12:00 Uhr

Alles muss raus. Das gilt auch für die FDP. In den Räumen der vom Wähler aufgelösten Bundestagsfraktion stand eine Bronzebüste ihres einstigen Parteichefs Theodor Heuss. Jetzt haben die Liberalen sie zum Verkauf angeboten. Wäre doch eine passende Galionsfigur für Wolfgang Kubickis Wellenflitzer. Papa Heuss würde die Zweitverwertung gefallen. „Nun ras‘ mal nicht so“, hört man ihn mahnen.

Heide Simonis und Peter Harry Carstensen können diesen Ratschlag persönlich geben, wenngleich nur Kapitänen der Landstraße. Ein Kieler Unternehmer hat ihnen eine Ehre zuteilwerden lassen, die sonst nur Mega-Promis zufällt. Zwei Autobusse tragen künftig ihre Namen. So wie die „Queen Mary“ über die Weltmeere pendelt, verkehren nun etwas kleinere luxuriöse Straßenkreuzer zwischen Kiel und Hamburg.

Die ehrenvolle Berufung hat die Ruheständler bewogen, ihren guten Namen für den Werbe-Gag zur Verfügung zu stellen. Ob sie ahnen, was ihnen drohen kann? Wie würden hämische Schlagzeilen lauten, wenn Heide Simonis und Peter Harry Carstensen im Graben oder gar eines Tages auf dem Schrottplatz landen?

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