„Jamel rockt den Förster“ : Herbert Grönemeyer unterstützt Kampf gegen Neo-Nazis

Musiker Herbert Grönemeyer
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Musiker Herbert Grönemeyer

Deutsche Musik-Legende überrascht Fans in Jamel.

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24. August 2018, 21:35 Uhr

Jamel | Riesenüberraschung auf der Bühne: Herbert Grönemeyer, einer der bekanntesten Musiker Deutschlands, hat am Freitag mit seinem Auftritt auf dem Forstrock-Festival im Dorf Jamel die Fans überrascht und begeistert. „Wir sind hier um die Lohmeyers zu unterstützen. Rechts geht gar nicht. Punkt. Aus“, sagte Grönemeyer. Man müsse ein lautstarkes Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus setzen.   

 

Das Open-Air-Festival mit dem gegen die starke Neonaziszene in dem nordwestmecklenburgischen Dorf demonstriert werden soll, war am Freitag in seine zwölfte Runde gestartet. Die 1200 Tickets waren seit Februar ausverkauft.

Musiker Herbert Grönemeyer live in Jamel.
Udo Roll

Musiker Herbert Grönemeyer live in Jamel.

Welche Bands spielen, wird wie im Vorjahr bis zum Auftritt geheim gehalten, erklärte das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer als Veranstalter. Damit soll der politische Charakter des Festes hervorgehoben werden. In den vergangenen Jahren hatten auf der Bühne  unter anderem Die Toten Hosen und Die Ärzte gespielt. Das nichtkommerzielle, ehrenamtlich organisiertes Festival solle in erster Linie zeigen, wie man sich - ganz entspannt und gewaltfrei - für Demokratie und gegen Rechtsradikalismus und -populismus aussprechen kann“, erklärte Horst Lohmeyer. 

Schirmherrin des Festivals ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig  (SPD). Das Engagement des Künstlerehepaares verdiene Respekt und Unterstützung, erklärte Schwesig. Die auftretenden Künstler und das Publikum setzten ein starkes Signal für Toleranz und gegen Rassismus. Sie wollten Jamel nicht den Rechten überlassen. 

Zuletzt machte das Dorf vor rund zwei Monaten Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass die Gemeinde den zentralen Dorfplatz an einen der örtlichen Neonazis verpachtet hat. Die Polizei kritisierte damals, dass sie deshalb während rechtsextremer Veranstaltungen nicht mehr so präsent sein könne. Nun will sich die Gemeindevertretung im September erneut mit der Vergabe befassen.

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