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Helle Empörung über Einlaufverbot

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verteidigungsministerium untersagt der russischen Fregatte „Boiky“ Teilnahme an der Kieler Woche / Kirchenkreis-Propst schreibt an Steinmeier

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2014 | 18:17 Uhr

Die Krise in der Ukraine wirft ihre Schatten auf die Kieler Woche. Weil die Bundesregierung der russischen Marine ein Einlaufverbot erteilt hat, schlagen die Wellen im Vorfeld der maritimen Großveranstaltung im Juni hoch.

Der Propst des Kirchenkreises Altholstein, Thomas Lienau-Becker, drängte am Mittwoch darauf, die Teilnahme der russischen Fregatte „Boiky“ zu genehmigen. In einem offenen Brief an Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) schreibt der Kirchenmann, durch die Entscheidung werde „die kostbare Gelegenheit vertan, in einer politisch angespannten Zeit die Basis in den deutsch-russischen Beziehungen zu stärken“. Bisher hatten die „Boiky“ und ihre 150 Mann Besatzung eine offizielle Einladung zur Kieler Woche. Doch das Bundesverteidigungsministerium machte Gastgebern und Gästen einen Strich durch die Rechnung. Die Entscheidung, der Fregatte die Einlaufgenehmigung zu versagen, stehe „im Kontext der aktuellen politischen Lage“, sagte ein Sprecher von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf Anfrage.

Dahinter steht ein Beschluss des Nato-Rates zur Krim-Krise vom 1. April. Danach ist die militärische und zivile Zusammenarbeit mit Russland vorerst auf Eis gelegt. Der politische Dialog auf Botschafterebene läuft unterdessen weiter.

Er sei „erschrocken und entsetzt“ über die Entscheidung des Berliner Außenamtes, einem Schiff der russischen Marine keine Genehmigung zur Teilnahme an der Kieler Woche zu erteilen, schreibt Lienau-Becker weiter. Die Teilnahme russischer Soldaten an dem Volksfest sei „ein wichtiges Zeichen, dass wir in den Beziehungen beider Länder auch künftig ein gutes Zusammenleben anstreben“.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) hatte zuvor Verständnis für die Entscheidung geäußert. Wenn die Bundesregierung „das so entschieden hat, steht es mir nicht zu, darüber zu urteilen“, sagte Kämpfer. Die Fregatte sei nicht erwünscht, eine internationale Krise der Hintergrund, und es gebe Sanktionen gegen Russland. Auch die Kieler Woche finde nicht abseits vom Weltgeschehen statt.

Nicht betroffen von der Entscheidung ist die Teilnahme der „Kruzenshtern“. Der Großsegler, der nicht zur russischen Marine gehört und derzeit im Mittelmeer unterwegs ist, wird nach Informationen unserer Zeitung über Le Havre und Bremerhaven pünktlich zur Kieler Woche eintreffen. Kommentar Seite 2

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