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Helden – gestern und heute

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Das Ansehen der Helden hat sich verändert. Die wenigen noch lebenden echten Helden dürften mit Verachtung auf ihre Nachfolger blicken. Der „Held der Arbeit“ gehört zwar auch schon der Vergangenheit an, aber es gibt noch den vom ADAC gern zitierten „Held der Landstraße“ und ganz aktuell die von „Bild“ gefeierten „Helden der Herzen“. Die Damen und Herren dieser Kategorie unterscheiden sich in jeder Hinsicht von den herkömmlichen Helden, die ihren Titel im Schützengraben, an der Werkbank oder im Straßenverkehr erworben haben.

Auffallend ist, dass sich unter den neuen Helden viele Heldinnen befinden, vorwiegend gut aussehend und sehr teuer gewandet. Wie bei der TV-Gala zugunsten Not leidender Kinder nicht zu übersehen war, treten die neuen Helden auch stets paarweise auf. Vorbei ist die Zeit, als einsame Wölfe unter Einsatz ihres Lebens mutige Taten vollbrachten. Genau genommen müsste der Zusatz „Herz“ durch „Geld“ ersetzt werden. Denn bei besagter Gala ging es nicht um Mut und Ehre, sondern schlicht ums Zahlen. Als Held wurde gefeiert, wer am tiefsten in die Brieftasche griff. Fragte Moderator Kerner den Finanzjongleur Carsten Maschmeyer, ob er den gesammelten Betrag ein wenig aufrunden wolle, vielleicht um 100 000 Euro? Daraufhin legte der Angefragte noch etwas drauf und gab eine Million. Als Zugabe lieferte Mitheldin Veronika Ferres ihr oft geübtes süßes Lächeln. Genau das verging dem einen oder anderen Zuschauer, der ahnte, dass gerade etwas von seinem eigenen früheren Besitz gespendet wurde. Es können eben nicht alle Helden im Rampenlicht stehen.

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