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CDU-Politiker : Heiner Geißler ist tot

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Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ ist der CDU-Politiker im Alter von 87 Jahren im Kreis seiner Familie gestorben.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 11:32 Uhr

Gleisweiler | Der frühere Bundesminister und CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren, wie sein Sohn Dominik bestätigte. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über Geißlers Tod berichtet.

Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl (beide CDU) war Geißler von 1967 bis 1977 Sozialminister in Rheinland-Pfalz, anschließend wurde er CDU-Generalsekretär. Kohl berief den promovierten Juristen 1982 zum Familienminister. Der Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei und führte unter anderem ein Erziehungsgeld ein.

Seine letzte ganz große Mission hatte Geißler, als er im Alter von 80 Jahren 2010 den Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 schlichtete. Geißler kam am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar als Sohn eines Oberregierungsrates zur Welt. Vor seiner politischen Karriere war der Vater von drei Söhnen vorübergehend Mitglied des Jesuitenordens, dann Amtsrichter. Bis zuletzt äußerte er sich zu aktuellen politischen Themen. So kritisierte er etwa noch im März die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Bundes-Vize Julia Klöckner, weil diese Reformen an den Hartz-Gesetzen abgelehnt hatte.

Politiker von Union, SPD, Linke und Grünen haben erschüttert auf den Tod des früheren CDU-Generalsekretärs reagiert und ihre Hochachtung für die Lebensleistung des Rheinland-Pfälzers ausgedrückt.

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel würdigte Geißler als einen der markantesten Köpfe der Christdemokraten. Er sei „intellektuell herausragend, rhetorisch brillant, streitbar und selbstbewusst“ gewesen, erklärte Merkel am Dienstag gemeinsam mit Generalsekretär Peter Tauber in Berlin. Geißler „war maßgeblich und mit großem Erfolg daran beteiligt, aus der Honorationenpartei CDU eine echte Mitglieder- und Programmpartei zu machen“, schrieb Merkel. So sei in seiner Amtszeit das erste Grundsatzprogramm „Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit“ beschlossen worden. Auch die eigene Partei habe er nicht mit offenen Worten geschont, wenn er dies für nötig gehalten habe, beispielsweise bei der Durchsetzung der neuen Frauenpolitik der CDU. „Dieses Rückgrat, diese politische Unabhängigkeit bewahrte er sich stets.“ Auch deshalb habe Geißler über alle Parteigrenzen und politischen Lager hinweg höchste Anerkennung, Vertrauen und Respekt genossen.

Kanzleramtschef Peter Altmaier schrieb am Dienstag auf Twitter, Geißler habe die CDU geprägt: „Soziale und ökologische Verantwortung, Menschlichkeit. Ich bin tief erschüttert. Sein Vermächtnis bleibt.“

 

Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner nannte Geißler einen großen Rheinland-Pfälzer, streitbar und klug. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schriebt auf Twitter: „Intellektuell brillant, Politik aus Grundsätzen gestaltend und scharf in der Debatte - das war Heiner Geißler. Er war einer unserer Besten.“

 

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann schrieb ebenfalls auf Twitter, Deutschland verliere mit Geißler einen großen Demokraten und „streitbaren Politiker, der es keinem leicht gemacht hat. Seine Stimme wird fehlen.“ Der Grünen-Politiker Omid Nouripour schriebt: „Ein Mann der Werte und der Haltung ist von uns gegangen.“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz lobt den CDU-Politiker als streitbaren Geist und klugen Analytiker.

Dietmar Bartsch (Linke) nennt Geißler das „soziale Gewissen der Union“.

 
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