Heftige Krawalle am Jahrestag der Gezi-Proteste in der Türkei

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01. Juni 2014, 15:49 Uhr

Am Jahrestag des Beginns der landesweiten Gezi-Proteste in der Türkei hat die Polizei Demonstrationen in Istanbul und anderen Städten gewaltsam aufgelöst. Sicherheitskräfte setzten am späten Sonnabend in der Umgebung des abgeriegelten Taksim-Platzes in Istanbul Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor den Demonstranten mit einem strikten Vorgehen der Sicherheitskräfte gedroht. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, alleine in der Umgebung des Taksim-Platzes seien 7500 Polizisten und 50 Wasserwerfer eingesetzt gewesen. Insgesamt seien in Istanbul 25 000 Polizisten zusammengezogen worden. Einigen hundert Demonstranten gelang es dennoch, sich auf der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi zu versammeln, die zum Taksim-Platz führt. Sie forderten in Sprechchören den Rücktritt der Regierung. Polizisten in Zivil prügelten mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. Aus den Reihen der Protestierenden wurden Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen (Foto). Anadolu berichtete unter Berufung auf die Polizei, rund 120 Menschen seien festgenommen worden. Türkische Medien berichteten von mehreren verletzten Demonstranten und Polizisten.

Aus anderen Städten wurden ebenfalls Zusammenstöße gemeldet. Anadolu berichtete, in Ankara habe die Polizei 45 Demonstranten festgenommen, in Izmir 65.

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