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Wegen Betrugsverdacht : Hausdurchsuchung bei Niedersachsens AfD-Chef Paul Hampel

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Razzia bei AfD-Landeschef Paul Hampel: Grund des Einsatzes sind Betrugsvorwürfe um eine Kamera.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 14:04 Uhr

Hannover | Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat am Montagvormittag die Privatwohnung von Niedersachsens AfD-Chef Paul Hampel im Landkreis Uelzen sowie die Landesgeschäftsstelle der AfD in Bardowick bei Lüneburg durchsucht. Das sagte Staatsanwalt Jan Christoph Hillmer auf Nachfrage unserer Redaktion. Hintergrund der Aktion sind Betrugsvorwürfe gegen den Politiker.

Ein ehemaliges AfD-Mitglied hatte im Frühjahr Strafanzeige gegen Hampel erstattet. Dabei geht es um den angeblichen Kauf von hochwertigem Kamera-Equipment durch Hampel im Wert von 5000 Euro auf Kosten der AfD im Jahr 2015. Parteiinterne Kritiker beklagten, dass Hampel der Partei weder eine Rechnung vorlegte noch die Kamera inventarisierte.

Hillmer betonte, dass bei dem Polizeieinsatz nicht nur nach be-, sondern auch nach entlastenden Beweismitteln gesucht worden sei. Zum Vorlauf und zum Zeitpunkt der Durchsuchung konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen.

Hampel selbst sei bei der Durchsuchung nicht angetroffen worden, erklärte Hillmer. Der AfD-Politiker war am 24. September als Spitzenkandidat der Niedersachsen-AfD in den Bundestag gewählt worden. Mit der konstituierenden Sitzung des Parlaments Ende Oktober würde Hampel damit parlamentarische Immunität erlangen, Ermittlungsverfahren dürfen dann nur noch mit Genehmigung des Bundestags fortgesetzt werden. Die AfD Niedersachsen war bis zum frühen Nachmittag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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