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Legalisierung für Schwerkranke : Grünes Licht vom Bundesrat: Cannabis wird auf Rezept freigegeben

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Cannabis auf Rezept wird für Schwerkranke in Deutschland freigegeben. Die Krankenkassen müssen die Therapie bezahlen.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 14:15 Uhr

Berlin | Cannabis auf Rezept wird für Schwerkranke in Deutschland freigegeben. Der Bundesrat gab am Freitag grünes Licht für einen entsprechenden Gesetzentwurf. Die Krankenkassen müssen die Therapie mit getrockneten Cannabisblüten dann bezahlen.

Bisher konnte Cannabis in Deutschland nur auf illegalem Weg oder mit Ausnahmeerlaubnis als Heilmittel beschafft werden. Im April 2016 hatten ledglich 647 Patienten eine solche Erlaubnis – die Kosten mussten sie in der Regel selbst tragen. Bei chronischen Schmerzen und Übelkeit, etwa infolge einer Krebstherapie, kann das Rauschmittel jedoch helfen. Der Bundestag hatte das Gesetz bereits beschlossen.

Erwartet ein Arzt eine positive Wirkung auf Krankheitsverlauf oder Symptome, kann er Cannabis verschreiben. Helfen kann es etwa bei Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen, schwerer Appetitlosigkeit oder Übelkeit infolge einer Chemotherapie. Cannabis als Rauschmittel bleibt weiter verboten.

Der Anbau zu medizinischen Zwecken soll staatlich geregelt werden. Eine Agentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll sicherstellen, dass in standardisierter Qualität angebaut wird. Die Agentur soll den Cannabis dann kaufen und an Hersteller und Apotheken abgeben. Bis dahin soll auf Importe zurückgegriffen werden.

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