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Unterstützung der Polizei : Grenzkontrollen in Dänemark: Jetzt schaut die Heimwehr in den Pass

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Freiwillige der dänischen Heimwehr haben am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen. An der Grenze entlasten sie die Polizei bei der Kontrolle.

Krusau | Die dänische „Heimwehr“ entlastet von nun an die Polizei an den Grenzübergängen zu Deutschland. Die ersten der vor allem aus Freiwilligen bestehenden Truppe begannen am Dienstag mit ihrer Arbeit. Sie sollen die Polizei bei den stichprobenartigen Passkontrollen unterstützen, teilte die dänische Polizei am Grenzübergang Krusau nahe Flensburg mit.

Die über 200 Polizisten, die für die Grenzkontrollen eingesetzt sind, kommen aus ganz Dänemark und werden in Hotels untergebracht. Da sich die Situation zum Dauerzustand entwickelt, es aber keine Infrastruktur für dauerhafte Kontrollen gibt, soll die Last auf viele Schultern verteilt werden.
Hintergrund: Wer oder was ist die Heimwehr?

Die „Heimwehr“ („Hjemmeværnet“) ist als freiwillige Reserve der dänischen Streitkräfte eine Art „freiwillige Feuerwehr“ des Staates. Nach Kriegsende 1945 weigerten sich in Dänemark viele Widerstandskämpfer, ihre Waffen abzugeben und gründeten daraufhin Verbände in mehreren Städten des Landes. Eine Gesetzgebung beschloss drei Jahre später den landesweiten Zusammenschluss in einen Dachverband.

Als Hauptaufgabe der Heimwehr definierte das Kopenhagener Parlament die Überwachung dänischen Territoriums und militärischer Einrichtungen sowie die Seenotrettung. Die Heimwehr gliedert sich in Reserveeinheiten für Heer, Marine und Luftstreitkräfte. Nach Ende des Kalten Kriegs änderte sich die Rolle der Heimwehr. So regelt die Reserveeinheit seit 1990 vorrangig den Straßenverkehr bei Großveranstaltungen. Seit Juni 2016 wird die Heimwehr auch zur Unterstützung der Polizei bei den Kontrollen im Grenzgebiet eingesetzt.



Der Einsatz der Heimwehr ist vom dänischen Parlament zur Entlastung der Polizei beschlossen worden. Die Anzahl der Polizisten an den Grenzen soll reduziert werden, damit sie sich in ihren üblichen Polizeibezirken anderen Aufgaben widmen können. Im vergangenen Jahr hat die Heimwehr der Polizei bereits in 1.364 Fällen assistiert.

Dänemark überprüft seit Anfang Januar wegen der hohen Flüchtlingszahlen stichprobenartig Pässe an der Grenze. Die Kontrollen werden zunächst bis Mitte November fortgesetzt. Im Mai hatten etwa 350 Menschen Asyl in Dänemark gesucht. Nach Angaben von Regierungschef Lars Løkke Rasmussen ist das die niedrigste Zahl in einem Monat seit 2012.

 

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erstellt am 14.Jun.2016 | 11:54 Uhr

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