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Politik

24. November 2017 | 12:32 Uhr

Gratwanderungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 12:53 Uhr

Vergleiche müssen hinken. Sie sollen ja Emotionen hervorrufen. Ärgerliche, heitere, kränkende. Einen Vergleich ziehen bedeutet Gratwandern mit Absturzgefahr. Wer hierzulande die jüngere deutsche Vergangenheit zum Vergleich heranzieht, der weiß, dass er Ärger bekommt. Und zwar auch dann, wenn er in der Sache Recht hat. Helmut Kohl verglich einst Gorbatschow mit Goebbels. Das ging erst mächtig schief, später wurden beide dicke Freunde. Jetzt hat Wolfgang Schäuble den „lupenreinen Demokraten“ Putin mit Hitler verglichen. Das ist reichlich übertrieben, aber der alte Finanz-Fuchs wollte provozieren. Und es ist ihm gelungen. Es sei nicht so gemeint gewesen, hat er nun wissen lassen. Natürlich war es so gemeint, und im angesprochenen Fall ist der Vergleich sogar historisch korrekt. Wie Hitler das Sudetenland ins Reich holte, so okkupierte Putin die Krim. Der Name Hitler gibt jeder Geschichte den zusätzlichen Kick. Das erfährt gerade Uli Hoeneß. Keine Reportage über den neuen Wohnsitz des Ex-Bayern-Bosses, in der nicht genüsslich daran erinnert wird, dass vor 90 Jahren einer seiner Vormieter in Landsberg am Lech A. H. hieß.

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