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Glaubwürdigkeit und weitere Anlässe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zeit für ein kostenfreies Kita-Jahr

Nicht alles, was irgendwie wünschenswert wäre, kann der Staat bezahlen. Aber der Ruf nach einem beitragsfreien Kindergartenjahr ist nicht irgendein Wunsch. Viele Bundesländer haben es schon, seit August auch Hamburg. Und in der Landespolitik hat dieses Ziel eine lange Historie. Unter der schwarz-roten Regierung Carstensen I war es beschlossene Sache, die schwarz-gelbe Koalition Carstensen II hat es wieder gekippt. Unter lauter Kritik von SPD und Grünen. Schon die eigene Glaubwürdigkeit sollte den heute Regierenden Anreiz genug sein, das Thema auf die Agenda zu nehmen. Zumal es im eigenen Koalitionsvertrag steht. Gerade im Norden besteht ein besonderer Anlass. Nach einer Studie der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ für die Zeitschrift „Eltern“ bitten schleswig-holsteinische Städte Gering- und Durchschnittsverdiener bundesweit mit am stärksten zur Kasse. Dass dies Eltern abschrecken kann, einen Kita-Platz zu belegen, liegt auf der Hand. Ebenso die Nachteile für den beruflichen Wiedereinstieg der Mütter oder die frühkindliche Bildung der Kleinen. Angesichts der Kinderarmut kann sich die Gesellschaft Defizite hier nicht mehr leisten. Ein Nein zum Kindergarten fällt bei finanziell knappen Verhältnissen umso leichter, wenn nun auch noch das Betreuungsgeld winkt. Diese Drohkulisse müsste gerade für rot-grüne Kindergeld-Kritiker Ansporn zur Kostenlos-Kita sein. Es ist nicht konsequent, mehr und mehr Plätze, gerade im U3-Bereich, zu schaffen – und sich nicht zugleich um die Bezahlbarkeit durch die Eltern zu kümmern.

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erstellt am 21.Sep.2014 | 19:04 Uhr

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