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Beschäftigte im öffentlichen Dienst : Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt

vom

Die Tarifverhandlungen beginnen im März. Es geht um den Lohn von mehr als zwei Millionen Beschäftigten.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 15:26 Uhr

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Das teilten die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb am Donnerstag in Berlin mit. Die Ausbildungsvergütung soll nach ihren Vorstellungen um 80 Euro pro Monat steigen. 

Die Kosten für die Flüchtlingskrise schränkt den finanziellen Handlungsspielraum vor allem in den Kommunen stark ein. Die vorherige Tarifrunde hatte den Beschäftigten 2014 ein Plus von drei Prozent gebracht. 2015 stieg der Lohn in einer weiteren Stufe um 2,4 Prozent.

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, nach erfolgreicher Ausbildung sollten die Azubis unbefristet übernommen werden. Sachgrundlose Befristungen sollten ausgeschlossen werden. Die Verhandlungen fänden in vergleichsweise guter konjunkturellen Lage statt.

Die Tarifverhandlungen beginnen Mitte März in Potsdam. Es geht um den Lohn der 2,14 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und kommunalen Unternehmen und der 147.000 Arbeitnehmer des Bundes. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hatte die Gewerkschaften zuvor zur Zurückhaltung aufgerufen.

Vor den Tarifverhandlungen haben die Arbeitgeber die Gewerkschaften auch wegen der Kosten der Flüchtlingskrise zu Zurückhaltung aufgerufen. „Die Tariflöhne der 2,1 Millionen Kommunalbeschäftigten sind zuletzt stärker gestiegen als in der Gesamtwirtschaft“, sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, der „Rheinischen Post“. „Einen Nachholbedarf sehe ich da nicht.“ Böhle verwies auf den immer noch hohen Schuldenstand von 144,5 Milliarden Euro. Die Situation werde durch die Flüchtlingskrise verschärft.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) pocht hingegen auf ein kräftiges Gehaltsplus. „Die Schere zwischen den Löhnen im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft darf sich nicht weiter öffnen“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der „Passauer Neuen Presse“. Der öffentliche Dienst müsse sich Gedanken darüber machen, wie er attraktiv bleibe.

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