Trotz Ukraine-Krise : Georgien bleibt Nato-Beitrittskandidat

Die ehemalige Sowjetrepublik Georgien strebt in die Nato.
Die ehemalige Sowjetrepublik Georgien strebt in die Nato.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen will der ehemaligen Sowjetrepublik trotz der derzeitigen Unruhen in Osteuropa die Tür offen halten.

shz.de von
04. Juni 2014, 10:39 Uhr

Trotz der Ukraine-Krise bietet die Nato Georgien weiter eine Beitrittsperspektive. „Georgien wird ein Mitglied der Nato sein, wenn es die Bedingungen für eine Mitgliedschaft erfüllt“, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwoch bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Diese Zusage des Nato-Gipfels in Bukarest 2008 bestehe weiter. „Ich bin sicher, dass unser nächster Gipfel die Fortschritte Georgiens anerkennen wird.“ Die Staats- und Regierungschefs der 28 Nato-Staaten treffen sich im September in Wales.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien streben eine Annäherung an den Westen an. Die Nato-Verteidigungsminister hatten bereits am Dienstag über die Ukraine-Krise beraten. Am Mittwoch steht die internationale Militärpräsenz in Afghanistan nach dem Auslaufen des Kampfeinsatzes Ende des Jahres im Mittelpunkt. Die Nato will dann nur noch zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land bleiben - für wie lange ist aber unklar. US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, dass die USA 2015 nur noch 9800 Soldaten in Afghanistan lassen wollen.

Deren Zahl soll bis Mitte 2015 halbiert werden. Bis Ende 2016 wollen die USA ihre Soldaten fast vollständig abziehen. Deutschland will sich mit bis zu 800 Soldaten im Norden Afghanistans an der Ausbildungsmission beteiligen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollte am Dienstag nicht sagen, was die Verkleinerung des der US-Truppe für den gesamten Einsatz bedeuten wird. Es gilt aber als wahrscheinlich, das die Ausbildungsmission nach 2016 ohne die Amerikaner nicht fortgesetzt wird.

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