Hacker-Gruppe „APT28“ : Geheimdienst-Kontrolleure: Hackerangriff auf Datennetze läuft noch

Die Hacker-Gruppe „APT28“ soll hinter dem Angriff stecken.
Die Hacker-Gruppe „APT28“ soll hinter dem Angriff stecken.

Bei der Sondersitzung kommt heraus: Es handelt sich um einen noch laufenden Angriff auf die Netze des Bundes.

shz.de von
01. März 2018, 15:37 Uhr

Berlin | Der Hackerangriff auf die Netze des Bundes läuft noch. Das teilte das Geheimdienst-Kontrollgremium des Bundestages nach einer Unterrichtung durch Sicherheitsbehörden und Regierungsvertreter mit. Es handele sich um einen noch laufenden Angriff, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Armin Schuster (CDU), am Donnerstag nach einer etwa zweistündigen Sondersitzung der Runde. „Deswegen wären öffentliche Diskussionen über Details schlicht eine Warnung an die Angreifer, die wir nicht geben wollen.“ Für eine Bewertung des Schadens sei es noch zu früh, sagte Schuster.

Er betonte aber bereits: „Der Geheimnisverrat an sich ist ein beträchtlicher Schaden.“ Die Bundesregierung versuche, den Vorgang unter Kontrolle zu halten. Das Parlamentsgremium werde sich in der kommenden Woche erneut mit dem Thema befassen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Runde, Konstantin von Notz (Grüne), sagte, es möge gute Gründe geben, warum der Bund bestimmte Informationen über den Vorgang in den vergangenen „sehr eng gehalten“ habe. Es sei aber inakzeptabel, dass das Kontrollgremium erst über die Medien von alldem erfahre. Das sei ein „handfestes Problem“ und müsse ebenfalls aufgeklärt werden.

André Hahn, der für die Linke in dem Kontrollgremium sitzt, beklagte, er habe den Eindruck, dass Regierung und Sicherheitsbehörden den Vorgang versuchten herunterzuspielen. „Ich befürchte, dass in den nächsten Wochen noch einiges ans Licht kommen wird“, sagte er. „Ich befürchte, das wird sich auswachsen in den nächsten Tagen.“ Ausländische Hacker sind in das bislang als sicher geltende Datennetzwerk des Bundes und der Sicherheitsbehörden eingedrungen, wie die dpa am Mittwoch erfahren hatte.

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