UN-Friedensabkommen : Gefährlichster Bundeswehreinsatz: Truppe in Mali wird aufgestockt

Auch die Bundeswehr ist in der Region im Einsatz und beteiligt sich dort an einer UN-Friedensmission zur Stabilisierung Malis.

Auch die Bundeswehr ist in der Region im Einsatz und beteiligt sich dort an einer UN-Friedensmission zur Stabilisierung Malis.

Der Einsatz wurde bereits zweimal ausgeweitet. Es kamen bislang mehr als 100 Soldaten ums Leben.

shz.de von
06. März 2018, 14:25 Uhr

Die Bundesregierung will den größten und gefährlichsten Auslandseinsatz der Bundeswehr, die Beteiligung am UN-Einsatz in Mali, ausweiten. Statt bisher höchstens 1000 sollen künftig bis zu 1100 Soldaten in dem westafrikanischen Krisenland eingesetzt werden. Das geht aus einem Brief von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Am Mittwoch soll das Kabinett über die Truppenaufstockung entscheiden. Das letzte Wort hat der Bundestag.

Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2013 an dem UN-Einsatz zur Überwachung eines Friedensabkommens in Mali (Minusma). Der Norden des Landes geriet 2012 nach einem Militärputsch vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen. Sie konnten erst nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden.

Die Bundeswehr ist in der früheren Rebellenhochburg Gao am Rande der Sahara stationiert. Der Einsatz wurde bereits zweimal ausgeweitet. Zu Minusma gehören derzeit rund 11.700 Soldaten, 1740 Polizisten und 1180 Zivilisten, darunter 155 UN-Freiwillige. In dem Einsatz kamen bereits mehr als 100 Soldaten ums Leben, Hunderte wurden schwer verwundet.

Bereits in den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass die Obergrenze für die Afghanistan-Truppe der Bundeswehr von 980 auf 1300 Soldaten erhöht werden soll. Der Ausbildungseinsatz im Irak soll auf das ganze Land ausgeweitet werden. Bisher ist er auf die Kurdenregion im Norden des Landes beschränkt. Auch mit diesen Einsätzen befasst sich das Kabinett am Mittwoch.

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