EU und Flüchtlingskrise : Gauck verteidigt Flüchtlingsabkommen mit Türkei

Joachim Gauck möchte mit der Türkei „politikfähig“ bleiben. Der Bundespräsident verteidigt das Abkommen zwischen der EU und der Türkei gegen Kritik von Menschenrechtlern.

shz.de von
24. April 2016, 10:04 Uhr

Berlin | Bundespräsident Joachim Gauck will auch mit Staaten politikfähig bleiben, die den Menschenrechten nicht die gleiche Bedeutung beimessen wie Deutschland und die EU. Er verteidigte das Flüchtlingsabkommen zwischen Türkei und EU im Interview der Woche des Deutschlandfunks. „Wenn wir nur mit den Staaten Umgang pflegen würden, die völlig auf unserem Level wären, würde ein Teil der Partner, die wir auf der Welt haben als Handelspartner, als Gesprächspartner, als Vertragspartner, schlichtweg ausfallen“, sagte der Bundespräsident.

Gauck pochte auf verbindliche europäische Vereinbarungen für die Aufnahme von Flüchtlingen. Notwendig sei eine faire Entscheidung darüber, wer welche Flüchtlinge aufnehme. „Wir brauchen legale Zugangswege, wenn wir unsere Grenzen schützen, für diejenigen, die ein Anrecht haben, bei uns Asyl zu erhalten oder für diejenigen, die wir haben wollen, weil sie uns helfen.“ Zugleich gehöre es auch zur Sicherung der Grenzen, dass Menschen abgewiesen würden. Dies müsse aber in menschlicher Weise erfolgen. „Das ist ja dann etwas anderes, als wenn wir praktisch wegschauen, wenn Leute elendig im Meer ertrinken“, sagte Gauck.

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