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Tomahawk-Raketen auf Syrien : Gabriel: „Nachvollziehbar“ – Das sind die Reaktionen auf Trumps Luftangriff

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Die internationalen Reaktionen spiegeln die Lager wider: Syrien-Verbündete und Syrien-Gegner.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 10:14 Uhr

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel: „Nachvollziehbar“

„So nachvollziehbar nach dem Versagen des Weltsicherheitsrats der Militäreinsatz der USA gegen die militärische Infrastruktur auch war, so entscheidend ist es jetzt, zu gemeinsamen Friedensbemühungen unter dem Dach der UN zu kommen“, sagte Gabriel am Freitag am Rande seiner Mali-Reise. Es gelte jetzt, mit aller Kraft die Arbeit der Vereinten Nationen zu unterstützen, um eine politische Lösung des Bürgerkriegs zu erreichen. „Europa und auch Deutschland stehen dafür bereit“, sagte Gabriel. „Die schrecklichen Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass dafür auch die beteiligten Konfliktparteien aus der Region und auch die USA und Russland gebraucht werden.“

Wladimir Putin am Mittwoch, 5. Mai 2017, in Moskau.
Wladimir Putin am vergangenen Mittwoch in Moskau. Foto: Pavel Golovkin/AP POOL/dpa
 

Russlands Präsident Putin: „Aggression gegen das Völkerrecht“

„Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Die syrische Armee habe keine Chemiewaffen mehr, das habe nach der Entwaffnung auch die zuständige UN-Organisation bestätigt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Foto: dpa

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: „Starke und klare Botschaft“

„In Worten und Taten hat US-Präsident Trump eine starke und klare Botschaft ausgesandt, dass der Gebrauch chemischer Waffen nicht toleriert werden wird“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Israel unterstütze Trumps Entscheidung und hoffe, „dass diese Botschaft der Entschlossenheit im Angesicht der schrecklichen Taten des Assad-Regimes nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderen Orten Widerhall finden wird.“

Großbritanniens Regierungschefin Theresa May
Großbritanniens Regierungschefin Theresa May: Foto: dpa
 

Britische Regierung: „Angemessene Antwort“

Die britische Regierung hat den US-Luftangriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt begrüßt. „Die britische Regierung unterstützt die US-Aktion vollkommen. Sie war unserer Meinung nach eine angemessene Antwort auf die barbarische Attacke des syrischen Regimes mit chemischen Waffen. Sie zielt darauf ab, vor weiteren Angriffen (mit Chemiewaffen) abzuschrecken“, hieß es in einer Mitteilung.

Recep Tayyip Erdogan.
Recep Tayyip Erdogan. Foto: Kayhan Ozer

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan: „Positive Antwort auf Kriegsverbrechen“

„Wir betrachten die Luftangriffe der Vereinigten Staaten gegen die Schairat-Luftwaffenbasis an diesem Morgen als eine positive Antwort auf die Kriegsverbrechen des Assad-Regimes“, teilte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin mit. „Die Zerstörung der Schairat-Luftwaffenbasis ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass chemische und konventionelle Angriffe gegen die Zivilbevölkerung nicht ungestraft bleiben.“

Chinas Außenminister Wang Yi.
Chinas Außenminister Wang Yi. Foto: Hoang Dinh Nam

China: „Friedensgespräche vorantreiben“

 „Die Menschen in Syrien leiden sehr. Wir fordern alle Seiten dazu auf, ruhig zu bleiben und die Probleme durch Dialog und politische Maßnahmen zu lösen“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Hua Chunying. Friedensgespräche müssten vorangetrieben werden, um in der Region wieder Stabilität zu schaffen. Mit einer direkten Bewertung der US-Aktion hielt sich die Sprecherin jedoch zurück. Ob der Angriff eine Wende in der Syrien-Politik der USA bedeute, könne nur die Regierung in Washington selbst beantworten.

Reaktionen an den Börsen: Verluste, aber keine Panik

An den internationalen Finanzmärkten waren die Reaktionen negativ, aber nicht panisch. Der Dax verlor in den ersten eineinhalb Handelsstunden 0,5 Prozent auf 12.168 Punkte. Die Krisenwährung Gold zog um ein Prozent auf 1266 Dollar pro Feinunze (31,1 Graumm) an, auch Öl zog an um 1,7 Prozent auf 52,57 Dollar pro Barrel (159 Liter). Am Währungsmarkt gab es nur geringe Bewegungen, der Dollar legte gegenüber Euro, Pfund und Yen leicht zu.  Am US-Aktienmarkt wird derzeit mit leichten Verlusten zu Handelsbeginn am Nachmittag gerechnet. Laut Terminmarktkontrakten dürften Dow Jones und S&P 500 jeweils 0,1 Prozent schwächer starten. Als sicher geltende deutsche Staatsanleihen wurden dagegen gekauft. Die Rendite von Papieren mit zehn Jahren Restlaufzeit ging um 0,014 Prozentpunkte auf 0,25 Prozent zurück. Bei Anleihen sinken die Renditen, wenn die Kurse steigen.

 

 

 

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