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Politik

17. August 2017 | 13:49 Uhr

Freddy, der Senior-Tramp

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn in einem Märchen an einem dunklen Abend ein armer Wanderer an die Tür klopft und um eine Herberge bittet, dann ist es meistens gar kein armer Wandersmann, sondern der König, der die Güte seiner Untertanen auf die Probe stellen will. Eine derartige moralische Prüfung der Menschen gibt es heute nicht mehr. Wenn ein Fremder klopft, dann stehen gleichzeitig Wahlen vor der Tür, und der Besucher verlangt kein Nachtlager, sondern ein Kreuz auf dem Wahlzettel. Auch vor – besser neben – Autofahrern steht zuweilen ein Bittsteller. Er möchte mitgenommen werden. Autostopp reisen fast nur noch junge Leute, stellt sich ein Älterer an den Straßenrand, muss er meistens lange auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Dabei kann es zu Überraschungen kommen. Der einst sehr berühmte Freddy Quinn sieht inzwischen nicht nur aus wie ein Tramp, sondern reist auch noch im hohen Alter von 82 mit Vorliebe per Anhalter. Er könnte sich zwar eine Fahrkarte erster Klasse leisten, das Trampen findet er aber viel spannender. Außerdem möchte er Menschen kennenlernen. Da singt einer sein Leben lang von der See und fühlt sich doch nur als Landratte richtig wohl.

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von
erstellt am 04.Sep.2014 | 11:50 Uhr

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