Nach dem Sieg der Sozialistischen Partei : Frankreichs Parteien geraten nach Macron-Wahl ins Wanken

<p>Der  französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und sein Vorgänger Francois Hollande.</p>
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Der  französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und sein Vorgänger Francois Hollande.

Viele französische Parteien stehen nach dem Führungswechsel kurz vor der Auflösung.

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11. Mai 2017, 10:36 Uhr

Paris | Vor dem Amtsantritt des neugewählten Präsidenten Emmanuel Macron ist das französische Parteiensystem in heftige Turbulenzen geraten. Nicht nur Marion Maréchal-Le Pen, die Nichte der gescheiterten rechten Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, kündigte einen vorübergehenden Rückzug aus der Politik an, auch andere französische Politiker sorgen für Veränderung in der Parteienlandschaft.

Der Mitte-Links-Politiker Macron hatte sich am vergangenen Sonntag mit deutlichem Abstand gegen die Rechtspopulistin Le Pen durchgesetzt. Der 39-Jährige wird als jüngster französischer Präsident aller Zeiten am Sonntag die Macht von Hollande übernehmen.

Der Sozialist Benoît Hamon will als früherer Präsidentschaftskandidat der Sozialisten eine neue parteiübergreifende linke Bewegung gründen. Der scheidende Präsident François Hollande trat bei einer Gedenkfeier wieder gemeinsam mit Macron auf. Bereits zu Wochenbeginn hatten die beiden Toppolitiker an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert.

<p>Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Sozialistischen Partei, Benoit Hamon.</p>
Foto: Lionel Bonaventure/AFP POOL/dpa

Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Sozialistischen Partei, Benoit Hamon.

 

Hamon hatte in der ersten Präsidentenwahl-Runde nur knapp 6,4 Prozent der Stimmen erhalten. „Ich glaube, die Linke muss sich erneuern“, sagte Hamon im Sender France Inter. Er selbst wolle die Sozialisten aber nicht verlassen.

Wen Macron als Premierminister ernennen wird, ist bisher offen. Im Gespräch sind unter andern der konservative Édouard Philippe (46), die liberale Europaabgeordnete Sylvie Goulard (52) oder der Generalsekretär der Macron-Bewegung „En Marche!“, Richard Ferrand (54).

<p>Marion Marechal-Le Pen hat ihren Rücktritt angekündigt.</p>
Foto: EPA/MAURIZIO DEGL'INNOCENTI

Marion Marechal-Le Pen hat ihren Rücktritt angekündigt.

 

Maréchal-Le Pen (27) nannte für ihren Rückzug familiäre und politische Gründe. In einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung hielt sie sich aber eine Rückkehr in die Politik offen. Ihre Tante Marine Le Pen äußerte Bedauern. FN-Ehrenvorsitzender Jean-Marie Le Pen sagte der Zeitung „Le Figaro“, falls seine Enkelin nicht schwerwiegende Gründe habe, würde er das als „Fahnenflucht“ ansehen.

 

Auch der populäre Linksaußenpolitiker Jean-Luc Mélenchon, der in der ersten Wahlrunde knapp 20 Prozent der Stimmen bekommen hatte, steht vor Problemen. Es gibt Streit mit den Kommunisten, die ihn und seine Bewegung bisher unterstützten. Ob es gemeinsame Kandidaten für die Parlamentswahl Mitte Juni geben wird, ist offen.

Benoît Hamons Parteifreund Manuel Valls, ehemals Premierminister unter Hollande, hatte am Dienstag angekündigt, als Abgeordneter für „En Marche!“ kandidieren zu wollen. Doch die Polit-Newcomer weigern sich bisher, Valls in ihre Reihen aufzunehmen. „Am heutigen Tag erfüllt er nicht die Bedingungen, damit seine Anfrage angenommen werden könnte“, sagte Jean-Paul Delevoye von „En Marche!“ dem Sender Europe 1. Die Zeit drängt: Am Donnerstag sollen die Kandidaten für die Parlamentswahl verkündet werden, wie ein Sprecher bestätigte.

<p>Frankreichs Ex-Premierminister Manuel Valls.</p>
Foto: Christophe Ena/AP/dpa

Frankreichs Ex-Premierminister Manuel Valls.

 

Hollande forderte Macron in deutlichen Worten auf, Frankreich wieder zu einen. „Wir müssen die Spaltungen bekämpfen, die unsere Völker zerreißen, auch hier“, sagte der 62-Jährige bei einer Feier anlässlich des Gedenktages zur endgültigen Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1848.

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