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Attentate in Paris : Frankreich schlägt zurück: Dieses Video soll dem IS Angst machen

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Die „Grande Nation“ will sich dem Terror nicht beugen: Französische Kampfjets bombardieren IS-Ziele in Syrien, im Inland gibt es mehrere Razzien, Präsident Hollande gibt den entschlossenen Krisenmanager.

Begleitet von massiven Luftangriffen auf die Terrormiliz IS in Syrien treibt Frankreich die Jagd nach den Drahtziehern der Pariser Anschlagserie voran. Während die Luftwaffe „in Koordination mit den amerikanischen Kräften“ die syrische IS-Hochburg Al-Rakka bombardierte, sehen sich Frankreichs Behörden mit dem Vorwurf konfrontiert, die Flucht eines mutmaßlichen Terrorkomplizen durch eine Fahndungspanne begünstigt zu haben. An mehreren Orten in Frankreich gab es in der Nacht zum Montag Razzien.

Bei den Luftangriffen mit zehn französischen Jagdbombern wurden eine IS-Kommandostelle samt Waffen- und Munitionslager sowie ein Ausbildungslager für Terroristen in Syrien zerstört, wie das Verteidigungsministerium am späten Sonntagabend mitteilte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens 30 Luftangriffen in der IS-Hochburg Al-Rakka und deren Umgebung. Informationen über Tote und Verletzte gab es zunächst nicht.

In einer bislang nicht verifizierten Erklärung hatte sich allem Anschein nach der IS zu den Anschlägen in Paris bekannt, bei denen in der zum Samstag mindestens 129 Menschen getötet und mehr als 350 teils lebensgefährlich verletzt worden waren. Drei Terrorkommandos hatten nahezu gleichzeitig zugeschlagen: Sie schossen wahllos auf Menschen in Restaurants, im Konzertsaal „Bataclan“ und sprengten sich während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland in der Nähe des Stade de France in die Luft. Ein noch größeres Blutbad in dem Stadion mit fast 80.000 Zuschauern wurde anscheinend nur knapp verhindert.

Frankreichs Luftwaffe fliegt bereits seit September 2014 als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Seit September dieses Jahres bombardierte Frankreich mehrfach auch Positionen in Syrien.

Hintergrund: Frankreichs Kriegseinsatz in Syrien

Die Terroristen von Paris sollen ihre Anschläge mit dem militärischen Eingreifen Frankreichs in Syrien begründet haben. Die französische Luftwaffe fliegt seit dem 27. September 2015 Luftangriffe auf Einrichtungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Bereits seit September 2014 hatte sich Frankreich an Luftangriffen einer US-geführten Allianz auf den IS im Irak beteiligt.

Derzeit setzt Frankreich sechs moderne Jagdbomber des Typs Rafale ein, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus starten, sowie sechs Mirage von Jordanien aus gegen den IS ein. Dazu kommen ein Luftraumaufklärer Atlantique-2 und eine Fregatte, insgesamt rund 900 Mann. Im Dezember soll zudem der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ wieder in den Persischen Golf einlaufen, der bereits von Februar bis April als Basis für Luftangriffe auf den IS im Irak diente. Dann werden 36 französische Militärflugzeuge vor Ort sein.

Erst am Donnerstag hatte Präsident François Hollande die Entsendung der „Charles de Gaulle“ und ihrer Geleitschiffe mit der Notwendigkeit begründet, die Schlagkraft gegen den IS zu erhöhen. Seit Beginn des Militäreinsatzes haben die französischen Streitkräfte nach eigenen Angaben bei mehr als 1200 Einsätzen gut 450 „IS-Ziele“ zerstört.

Die ersten Angriffe galten nach Pariser Angaben Ausbildungslagern für Terroristen, die auf Anschläge in Frankreich und Europa vorbereitet wurden. Zuletzt wurden aber auch Einrichtungen der Ölindustrie im vom IS ausgerufenen Kalifat zerstört. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian erklärte, damit greife Frankreich die Finanzquellen des IS an.

Anders als im Irak ist der Luftkrieg in Syrien gegen den IS rechtlich umstritten, weil weder eine Genehmigung der syrischen Regierung noch ein Beschluss des UN-Sicherheitsrates vorliegt. Der Kampfeinsatz im Irak wurde mit der Unterstützung der irakischen Regierung gegen den IS begründet. Beim Einsatz in Syrien beruft sich Paris auf Selbstverteidigung: Die nationale Sicherheit werde von Terroristen gefährdet, die vom IS ausgebildet würden.

 

 

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erstellt am 16.Nov.2015 | 10:15 Uhr

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