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François Hollande und Hassan Rouhani : Frankreich, Iran, ein Staatsbesuch - und Streit um Wein

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Aus der Onlineredaktion

Hassan Rouhani trifft sich mit François Hollande. Was serviert man zum formellen Abendessen? Diese Frage ist brisanter als gedacht.

Am Wochenende kommt der iranische Präsident Hassan Rouhani nach Europa - und vor dem Besuch in Frankreich herrscht schon dicke Luft. Die Frage, über die sich Rouhani und der französische Präsident François Hollande streiten, ist so simpel wie polarisierend: Wird Wein zum formellen Abendessen serviert?

Hassan Rouhani besucht zum ersten Mal als iranischer Präsident Europa. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Treffen mit dem italienischen Premierminister Matteo Renzi und mit Papst Franziskus in Rom, eine Rede vor der Unesco in Frankreich und das Treffen mit Hollande.

Bei den Planungen hätten die Iraner auf einem Menü bestanden, das alkoholfrei und halal zu sein hat, berichtet die „Washington Post“. Für das laizistische Frankreich ist das ein No-Go, das die Ideen der Aufklärung verrät. Religion hat im politischen Raum der Republik seit der Französichen Revolution nichts mehr zu suchen. Der Iran nennt sich seit 1979 islamische Republik.

Hintergrund: Was heißt halal?

Halal ist ein arabisches Wort und steht im Islam für Nahrungsmittel und Verhaltensweisen, die nach muslimischen Regeln zulässig sind. Gläubige Muslime essen unter anderem kein Schweinefleisch und trinken keinen Alkohol. Tiere müssen geschächtet werden - sie werden ohne Betäubung mit einem Schnitt am Hals getötet. So blutet das Tier vollständig aus.

 

Um die kulinarische Klippe zu umschiffen, ließ Hollande ausrichten, anstelle eines Abendessens, zu dem in Frankreich nun einmal Wein gehört, könne man ja frühstücken. Das sollen die Iraner laut „Washington Post“ aber abgelehnt haben - mit der Begründung, das wirke „billig“. Rouhani und Hollande treffen sich am Dienstag. Sie essen nicht, sie reden nur.

 

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erstellt am 12.Nov.2015 | 11:05 Uhr

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