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Kevin Spacey in Davos : Frank Underwood verspottet Donald Trump

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Kevin Spacey als Frank Underwood in „House of Cards“: In Davos macht er die Rolle real.

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erstellt am 22.Jan.2016 | 17:04 Uhr

Davos | Die Macher der Netflix-Serie „House of Cards“ tun derzeit fast alles, um im Gespräch zu bleiben. Mitte Dezember starteten sie einen PR-Stunt, indem sie die Hauptfigur Frank Underwood in eine Art realen Wahlkampf schickten. Das fand damals allerdings noch rein virtuell im Internet statt. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos gibt Underwood-Darsteller Kevin Spacey seine Rolle im echten Leben.

„House of Cards“ war eine der ersten selbstproduzieren Serien des Streaming-Vorreiters Netflix. Der Erfolg der Serie, inzwischen in der vierten Staffel, machte auch Streaming selbst hoffähig und für andere berühmte Schauspieler und Regisseure interessant. Woody Allen etwa entwickelt gerade eine Serie für Amazon Prime Video.

Spacey trat in Davos auf, schlüpfte in die Underwood-Rolle, indem er in dessen Südstaaten-Akzent wechselte und sprach auf die Frage, ob Underwood den republikanischen Bewerber Donald Trump in einer TV-Debatte schlagen könnte: „Wir müssen uns einen entscheidenden Unterschied vergegenwärtigen. Eine dieser Figuren ist eine fiktionale Figur, die andere ist eine fiktionale Figur.“

Dass sich Underwood ausgerechnet Trump vornimmt, ist kein Zufall. Mit seinen clownesken Einlagen bietet der ein willkommenes Ziel. Außerdem ist Underwood Demokrat, also der natürliche politische Gegner Underwoods, der in der Handlung der Serie im Amt bleiben will.

Achtung: Spoiler bis zur dritten Staffel

Zur Erinnerung: Nachdem Frank Underwood zum Ende der zweiten Staffel Präsident wurde, beschäftigt sich die dritte Staffel damit, wie er sich so schlägt im Oval Office. Nämlich miserabel. Außenpolitisch macht ihm der Putin-Klon Viktor Petrov (hervorragend gespielt vom Dänen Lars Mikkelsen) so richtig das Leben schwer. Innenpolitisch knirscht seine Sozialkampagne unter dem Titel „America Works“, und zwischenzeitlich muss er sogar auf die Kandidatur für die Präsidentschaft verzichten - um sich umso intensiver hinter den Kulissen darauf vorzubereiten. Auch hier spielte die Serie schon geschickt mit der zeitlichen Parallelität der tatsächlichen und fiktiven Ereignisse im Vorwahlkampf.

Die Medien zeigen sich angesichts des Auftritts von Spacey/Underwood begeistert, erklären ihn gar zum „König von Davos“. Klar ist, dass Spacey und Netflix wieder ein Coup gelungen ist, um „House of Cards“ im Gespräch zu halten.

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