Ausschuss des Europarats : Forderung nach Neuvergabe der Fußball-WM 2022 in Katar

Massive Korruptionsvorwürfe sorgen für Kritik an der FIFA. Jetzt schaltet sich auch der Ausschuss des Europarats ein.

shz.de von
27. Januar 2015, 13:00 Uhr

Straßburg | Der Kulturausschuss des Europarates fordert wegen massiver Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Wahl von Katar eine Neuvergabe der Fußball-WM 2022. Nach Enthüllungen der „Sunday Times“ „besteht kaum ein Zweifel daran, dass das frühere Fifa-Exekutivmitglied aus Katar, Mohamed Bin Hamman, über 30 nationalen afrikanischen Fußballvertretern hohe Summen gezahlt hat, damit sie bei der Wahl am 2. Dezember 2010 für Katar stimmten“, hieß es in dem Text, den der Ausschuss am Dienstag in Straßburg verabschiedet hat.

„Aus diesem Grund sollte die Fifa so rasch wie möglich eine Neuvergabe der Fußballweltmeisterschaft 2022 einleiten“, forderte das Gremium. Die parlamentarische Versammlung der 47 Europaratsländer soll im April über diese Empfehlung abstimmen. Weltverbandschef Joseph Blatter hat bereits eine Einladung nach Straßburg angenommen.

Wegen der Vergabeverfahren der Weltmeisterschaften 2018 (Russland) und 2022 (Katar) gibt es seit langem heftige Kritik an der Fifa. Der frühere Chefermittler Michael Garcia trat im Streit um die Veröffentlichung seines Untersuchungsberichts in der Sache zurück.

Erst auf großen Druck hatte die Fifa-Exekutive einer Veröffentlichung des Berichts zugestimmt - allerdings erst wenn alle Einzelverfahren durch die Ethikkommission abgeschlossen sind. Dies dürfte kaum vor Ende Mai der Fall sein.

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