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Flüchtlinge in Deutschland : Flüchtlingspolitik: Magdeburger OB Lutz Trümper verlässt SPD

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Magdeburgs Oberbürgermeister will sich in der Flüchtlingskrise „nicht den Mund verbieten“ lassen. Trümper will aber im Amt bleiben.

Magdeburg | Der Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper ist im Streit über die Flüchtlingspolitik aus der SPD ausgetreten. Für seine Auffassung finde er bei den Sozialdemokraten kein Gehör mehr, sagte der 60-Jährige am Mittwochabend. Das Stadtoberhaupt tritt unter anderem für Obergrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen ein, was von anderen führenden Sozialdemokraten abgelehnt wird, unter ihnen die SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Katrin Budde.

In der Flüchtlingsdebatte vertritt Trümper die Ansicht, dass Sachsen-Anhalt aus jetziger Sicht nicht dauerhaft jährlich bis zu 30.000 Neuankömmlinge aufnehmen kann. Trümper will auch nach seinem Parteiaustritt sein Amt weiterführen. Wie er Magdeburg künftig regieren will, erläuterte er nicht näher.

Den Eintritt in eine andere Partei schloss das Stadtoberhaupt aus: „Ich bleibe ein sozialdemokratischer Mensch.“ Der Politiker ist seit 2001 Oberbürgermeister von Magdeburg; seit 1990 gehörte er der SPD an.

„Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen“, sagte Trümper. Aber auf einer Versammlung am Dienstagabend habe er sich von Budde sagen lassen müssen, dass er der SPD Schaden zufüge, wenn er seine Meinung weiter öffentlich sage. „Ich will der SPD keinen Schaden zufügen“, betonte Trümper. Auch wolle er sich nach einer womöglich verlorenen Landtagswahl im nächsten Jahr nicht vorhalten lassen, er sei schuld. „Keiner kann verlangen, dass ich bis zur Wahl schweige.“ Sie ist für den 13. März angesetzt.

SPD-Landeschefin Budde zeigte sich von der Entscheidung überrascht und nannte sie nicht nachvollziehbar. Trümper habe noch am Morgen mit ihr telefoniert und seine Pläne nicht erwähnt, sagte sie am Mittwochnachmittag am Rande der Landtagssitzung. „Ich bin von dem Schritt menschlich tief enttäuscht.“ Ob er langfristige Auswirkungen auf den Landtagswahlkampf haben werde, sei noch unklar.

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erstellt am 15.Okt.2015 | 08:48 Uhr

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