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Flötentöne von Politikern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Alte Fritz (1712-1786) verbrachte viele Jahre zu Pferde und im Krieg. Seine wichtigste Rivalin war die österreichische Kaiserin Maria Theresia, der er in mehreren Waffengängen Schlesien raubte. Konnte er einmal den Degen ablegen, griff er zur Querflöte, um Selbstkomponiertes zu blasen. Auch auf musikalischem Feld war er ein Könner.

Ex-Präsident Bill Clinton war auch ein guter Bläser. Sein bevorzugtes Instrument war das Saxophon, das er bis zur Konzertreife beherrschte. Alt-Kanzler Helmut Schmidt konnte passabel das Klavier bedienen. Und nun ist bekannt geworden, dass auch die deutsche Regierungschefin musikalisch begabt ist. Etwas Klavier und ein wenig Blockflöte. Allmählich rundet sich also das Bild: Kartoffelsuppe, Kirschlikör, Streuselkuchen, Blockflöte; wer weiß, was noch kommt.

Man muss zugeben, dass diese Reihe ein wenig bieder klingt. Saxophon oder Schlagzeug hätten einerseits für etwas Pepp gesorgt, andererseits aber auch als Fremdkörper gewirkt. Geige würde auch passen und gäbe Journalisten Gelegenheit zu wunderbaren Wortspielen. Aber es gibt Instrumente, die mit einem gewissen Image verbunden sind. Die Geige hat etwas Sinnlich-Verträumtes. Sie passt zu Einstein, aber eben nicht zu einem dynamischen Politiker. Blockflöte eigentlich auch nicht, und deshalb würde Angela Merkel auch nie auf die Idee kommen, musikalisch gesehen rückfällig zu werden. Es sei denn, die SPD will den Koalitionsvertrag nur unterschreiben, wenn die CDU-Vorsitzende zum Abschluss „Im Frühtau zu Berge…“ intoniert.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 00:32 Uhr

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