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Flickschusterei in Fukushima: Jetzt greift Japans Regierung ein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die japanische Regierung schaltet sich erstmals direkt in die Sicherung der Atomruine Fukushima ein. Wenige Tage vor der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Tokio, Madrid oder Istanbul kündigte ein Regierungssprecher gestern an, dass man 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) zur Eindämmung der Flut verseuchten Wassers einplane. Vorgesehen ist ein Schutzwall aus gefrorenem Erdreich um die beschädigten Reaktoren 1 bis 4. Das beispiellose Bauwerk kostet allein 32 Milliarden Yen und soll verhindern, dass weiteres Grundwasser in die undichten Reaktorgebäude eindringt. Der Plan ist schon seit Längerem bekannt. Der Wall soll Ende März 2015 fertig sein. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie.

Die Regierung will zudem nahe der Atomruine ein Verbindungsbüro mit Beamten einrichten. Darüber hinaus habe das Ministertreffen gestern nicht viel Neues ergeben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Probleme in der Atomruine können Regierungschef Shinzo Abe zufolge nicht länger allein dem Betreiberkonzern Tepco überlassen werden.

Seit der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe am 11. März 2011 wird zur Kühlung der Reaktoren unentwegt Wasser eingepumpt. Ein Teil davon soll dekontaminiert und weiter benutzt werden. Zusätzlich vermischen sich täglich rund 400 Tonnen Grundwasser mit dem Kühlwasser aus den undichten Reaktorbehältern.

Tepco pumpt täglich Wasser ab und lagert es in Tanks. Kürzlich waren jedoch 300 Tonnen aus einem der nur aus zusammengeschraubten Stahlplatten bestehenden Tanks ausgelaufen. Auch neben anderen Tanks wurden daraufhin teils tödliche Strahlenbelastungen gemessen. Die Atomaufsicht räumte ein, dass vorherige Messungen unzulänglich gewesen waren. Die Regierung will nun versuchen, den Zufluss von Grundwasser durch eine Wand aus gefrorener Erde zu bremsen. Bei der Technik aus dem Tunnelbau werden Rohre mit Kühlflüssigkeit senkrecht ins Erdreich gerammt. Abgesehen von den hohen Baukosten ist auch der Unterhalt wegen des hohen Stromverbrauchs kostspielig. Da Tepco dafür kein Geld habe, müsse die Regierung jetzt einspringen, hieß es.

Der Chef der Atomaufsicht, Shunichi Tanaka, schloss angesichts der gewaltigen Wassermengen in den Tanks ein Abpumpen ins Meer nicht aus, wenn die radioaktive Belastung unter den Grenzwerten liege.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 00:34 Uhr

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