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Präsidentenwahl in den USA : Finale der US-Vorwahlen: Triumph in Kalifornien - Hillary Clinton ist durch

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Nochmals ein „Super Tuesday“ in den USA, der die Entscheidung bringt. Zum Ende der Vorwahlen machen Clinton und Trump zumindest rechnerisch alles klar. Betont präsidentiell wenden sie sich an alle Amerikaner.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2016 | 14:19 Uhr

Washington | Nach weiteren klaren Vorwahlsiegen führt Hillary Clinton als erste Frau die US-Demokraten in den Wahlkampf um das Weiße Haus. Die frühere Außenministerin gewann am Dienstag in New Jersey, New Mexico, South Dakota und im größten Bundesstaat Kalifornien. Ihr innerparteilicher Rivale Bernie Sanders entschied die Abstimmungen in Montana und North Dakota für sich.

Clinton vereint nun nach Ende fast aller Vorwahlen eine Mehrheit der demokratischen Delegierten auf sich. Sie braucht für die Nominierung auf dem Parteitag im Juli zusätzlich die Stimmen einiger von der Basis unabhängiger Delegierter („Super-Delegierte“), von denen ihr aber bereits Hunderte ihre Zustimmung zugesichert haben.

Ihr Kontrahent Bernie Sanders gibt dennoch nicht auf. Er wolle für einen Sieg bei der allerletzten Vorwahl in der Hauptstadt Washington DC kämpfen und beim Parteitag in Philadelphia für seine Idee werben. Es sei eine Bewegung in Gang gesetzt worden, sagte der Parteilinke.

Bei den Republikanern war der New Yorker Milliardär Donald Trump in fünf Vorwahlen einziger Kandidat. Der umstrittene politische Quereinsteiger überschritt am Dienstag die Nominierungsschwelle von 1237 Delegierten.

Gute Chancen auf Delegiertenstimmen wurden zunächst auch Bernie Sanders bei den Demokraten in Kalifornien eingeräumt. Doch Hillary Clinton setzte sich durch. Der mit Abstand größte US-Vorwahlstaat mit vielen hundert Delegierten war zwischen Clinton und ihrem innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders besonders hart umkämpft gewesen.

Die Vorwahl-Ergebnisse der Demokraten in der Übersicht:

 

Clinton erklärte sich in New York zur Siegerin. Strahlend und ganz in weiß gewandet rief sie: „Es ist das erste Mal in der Geschichte unseres Landes, dass eine Frau die Kandidatin einer großen Partei sein wird. Wir haben einen Meilenstein erreicht.“

US-Präsident Barack Obama gratulierte Clinton zu ihrem Sieg und ihrem „historischen Wahlkampf“. Er dankte auch Vermonts Senator Bernie Sanders für einen Wahlkampf, der Millionen Amerikaner elektrisiert habe. Obamas Sprecher erklärte, der Präsident werde Sanders am Donnerstag im Weißen Haus treffen. Unter den Gratulanten war nicht nur Obama, sondern auch der Ex-Präsident und Ehemann von Hillary, Bill Clinton.

Trump rief die Republikaner eindringlich zur Geschlossenheit auf. „Sie geben mir die Ehre, die Partei zu führen“, sagte er bei New York. „Wir schließen nun ein Kapitel der Geschichte und beginnen ein anderes.“ Der Milliardär gab sich in seiner Rede betont staatsmännisch und zurückhaltend, integrativ und positiv. „Ich werde Euch stolz auf Eure Partei und die Bewegung machen“ sagte Trump. Er danke jedem einzelnen Wähler. „Und denen, die jemand anders gewählt haben, sage ich: Ich werde mich sehr, sehr anstrengen, um Eure Unterstützung zu gewinnen.“

Trump wurde auch am Wahltag selbst noch aus dem Establishment für seine Positionen und Haltungen kritisiert. „Ich bevorzuge immer den Frieden“, sagte Trump, „ich beziehe immer alle Parteien ein, und ich werde immer alle miteinbeziehen.“

Scharf griff Trump Clinton an. „Die Clintons haben die Kunst der Bereicherung in eine eigene Kunstform verwandelt“, sagte Trump. Mit der Nutzung eines privaten Servers für ihre E-Mails habe Clinton als Außenministerin die Sicherheit des ganzen Landes gefährdet. „Das letzte, was wir brauchen, ist Clinton im Weißen Haus oder eine Fortsetzung des Obama-Desasters“, sagte Trump.

Die Vorwahl-Ergebnisse der Republikaner im Überblick:

 

Direkt wandte sich Trump an die Sanders-Anhänger: „Wir heißen Euch mit offenen Armen willkommen!“, sagte Trump. „Es geht nicht um Republikaner oder Demokraten“, sagte Trump. „Es geht nicht um Spezialinteressen. Es geht um das amerikanische Volk.“ Auch wolle er sich um die Afroamerikaner kümmern, denen so lange Unrecht zugefügt worden sei, außerdem um die maroden und verkommenen Innenstädte. Trump sagte: „Ihr seht hier keinen Politiker kämpfen, sondern mich. Ich werde Amerikas Champion sein.“

Clinton griff in ihrer Siegesrede in New York Trump scharf an. „Er will die Amerikaner gegeneinander aufbringen“, sagte sie. „Trump ist charakterlich nicht geeignet, Präsident zu sein“, wiederholte sie. „Er will gewinnen, indem er Angst schürt und Salz in Wunden reibt und uns täglich daran erinnert, wie toll er ist.“

Es werde in diesem Wahlkampf um nicht weniger als das Selbstverständnis der Vereinigten Staaten gehen, sagte Clinton. „Es geht darum, was wir sind“, sagte sie und fügte hinzu: „Wir sind ein Land mit fairer Einstellung und Freiheit und Gerechtigkeit für alle.“ Clintons Konkurrent Sanders hatte eine bemerkenswert schlechte Wahlnacht. Ihm waren bis zu vier von sechs möglichen Siegen zugetraut worden. Er siegte aber lediglich in North Dakota. Clinton gewann New Jersey, New Mexiko und South Dakota. Sie lag auch in Montana vorne.

Die Ereignisse des Vorwahlkampfs finden Sie im Liveblog.

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