zur Navigation springen

Gewalt nach Jury-Entscheid : Ferguson auf Twitter: Unfassbare Schande

vom
Aus der Onlineredaktion

Auf Twitter herrscht Fassungslosigkeit: Dem Todesschützen eines schwarzen Jugendlichen wird kein Prozess gemacht. Bilder der Verwüstung machen die Runde - und werden verurteilt.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2014 | 12:45 Uhr

Ferguson | Bei schweren Krawallen in Ferguson sind am Montagabend (Ortszeit) zahlreiche Gebäude angezündet und Geschäfte geplündert worden. Anlass der Ausschreitungen war die Entscheidung einer Jury, kein Verfahren gegen den weißen Polizisten Darren Wilson einzuleiten, der den schwarzen Teenager Michael Brown am 9. August nach einer Auseinandersetzung erschossen hatte. Das sorgt bei Twitter bei vielen Nutzern für Unverständnis. Es gibt Zweifel am Rechtssystem in den USA. Vor allem tut ihnen die Familie des 18-Jährigen unendlich leid.

In dem Vorort von St. Louis im US-Staat Missouri stünden nach der Entscheidung der Jury mindestens 15 Läden in Flammen, berichtete der US-amerikanische Sender CNN. In Ferguson warfen Demonstranten mit Flaschen und Ziegelsteinen auf Polizeifahrzeuge und schaukelten Streifenwagen, bis sie umkippten. Auch mehrere Autos brannten. Schwere Rauchwolken standen über der Stadt, Flammen schossen in den nächtlichen Himmel. Mindestens vier Menschen wurden festgenommen. Demonstranten zerschlugen zudem Schaufensterscheiben. Laut CNN wurden im Laufe der Nacht mindestens 15 Schüsse gehört. Hunderte Demonstranten besetzten eine Schnellstraße, die dann von Polizisten abgeriegelt wurde.

Die Bilder von Verwüstung und Protesten in Ferguson machen auch auf Twitter die Runde:

Stoppt die Gewalt, scheint dieser Twitterer den plündernden und zündelnden Protestlern zurufen zu wollen. Seine Botschaft: Die Gewalt ist eine Schande für das Gedenken an den toten Michael Brown:

Auch die Eltern des erschossenen Jugendlichen appellierten an die Demonstranten, friedlich zu bleiben: „Auf Gewalt mit Gewalt zu antworten, ist keine angemessene Reaktion.“ Die Familie kritisierte die Entscheidung der Jury aber deutlich. „Wir sind zutiefst enttäuscht, dass sich der Killer unseres Kindes nicht den Konsequenzen seiner Taten stellen wird“, ließen seine Eltern über ihren Anwalt mitteilen. Sie kümmerten sich noch immer nicht um den Fall, und würden es auch nie tun, sagt die Mutter in diesem Video:

Die Unruhen griffen auch auf andere Städte über. Proteste seien unter anderem aus Chicago, Oakland in Kalifornien und Philadelphia gemeldet worden, berichtete der Sender NBC. Diese Aufnahmen von friedlichen Protesten aus New York, Washington D.C. und Denver wurden bei Twitter geteilt:

Nach dem Tod von Michael Brown und den Ausschreitungen seitdem, finden sich im Internet tatsächlich Kommentare, die ohne Verstand geschrieben wurden - wie dieser Nutzer verurteilt:

(mit dpa-Material)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen