Feige und zynisch

Ulrich Krökel
Ulrich Krökel

shz.de von
13. April 2014, 14:56 Uhr

Die Ausrüstung und das koordinierte Vorgehen der Angreifer sprechen eine eindeutige Sprache: Der Kreml steht hinter den Kommandoaktionen, die fast nach dem gleichen Drehbuch ablaufen wie die Eroberung der Krim. Zugleich warnt Moskaus Außenminister Sergei Lawrow, das Sprachrohr von Wladimir Putin, Kiew vor dem Einsatz von Gewalt.

Es ist wie bei einem brutalen Schläger, der einem nahezu wehrlosen Gegner Fausthiebe versetzt und ihm nebenbei zuruft, er möge endlich mit der Prügelei aufhören. Das ist feige, hinterhältig und zynisch. Doch selbst wenn die russische Führung am Ende darauf verzichten sollte, Truppen statt camouflierter Kämpfer in die Ukraine zu schicken, handelt es sich um einen Akt der Aggression. Der Westen, der sich zu militärischer Zurückhaltung bekannt hat, wird das im Zweifel hinnehmen (müssen). Eines ist aber auch klar: Mit jeder neuen Gewaltaktion, die der Kreml in seinem Nachbarland orchestriert, verspielt das Putin-Regime weltweit Kredit.

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