zur Navigation springen

Reformationstag 2017 : Feiertags-Umfrage: Was sich die Deutschen wünschen

vom

Feiertage sind in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Eine Umfrage zeigt, wie die Bevölkerung das findet.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 12:18 Uhr

Berlin | Eine breite Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland ist dafür, dass der Reformationstag künftig bundesweit ein Feiertag ist. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Normalerweise gibt es den Reformationstag nur in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen als Feiertag. 2017 gibt es aber eine Ausnahme. Weil die Reformation 500 Jahre zurückliegt, gibt es bundesweit einen Feiertag.

72 Prozent sind demnach dafür, dass der Reformationstag immer und überall ein Feiertag sein sollte. 17 Prozent sind dagegen, 11 Prozent haben keine Meinung dazu.

Ungerechte Verteilung der Feiertage

Die Bevölkerung ist auch mit 61 Prozent mehrheitlich dafür, dass es deutschlandweit in allen Bundesländern gleich viele gesetzliche Feiertage geben sollte - und zwar so viele wie im Land mit den meisten, was wie in Bayern also 13 wären. Überdurchschnittlich viele sagen dies etwa im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (69 Prozent) oder auch in Sachsen (66 Prozent). Vollkommen dagegen, in ganz Deutschland gleichviele Feiertage zu haben, sind bundesweit 13 Prozent. Überdurchschnittlich dagegen sind etwa die feiertagsverwöhnten Menschen in Bayern (22 Prozent), Rheinland-Pfalz (17 Prozent) oder Baden-Württemberg (14 Prozent).

Deutschlandweit finden 6 Prozent, es solle so viele Feiertage wie im Bundesland mit den wenigsten Feiertagen geben. 13 Prozent sagen, es solle gleichviele geben, aber mit einer anderen Zahl als der höchsten oder niedrigsten im Ländervergleich. 7 Prozent haben keine Meinung dazu. Im Moment gibt es je nach Bundesland zwischen 9 und 13 Feiertagen. Am wenigsten gibt es in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Berlin.

 

Welche Feiertage sollte es geben?

Wenn sich die Menschen bundesweite Feiertage aus den regional bereits vorhandenen aussuchen dürften (wobei Mehrfachnennungen möglich waren), dann läge der evangelisch geprägte Reformationstag (49 Prozent) vor dem katholischen Feiertag Allerheiligen am 1. November (48 Prozent). Den Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Januar zum Beispiel fänden 44 Prozent gut. Den früher bundesweit und seit 1995 nur noch in Sachsen existierenden Buß- und Bettag im November hätten 40 Prozent gerne wieder in ganz Deutschland. Einen ganz neuen, anderen Feiertag wünschen sich 8 Prozent.

Nicht-christliche Feiertage?

Gefragt danach, ob es für eine andere Weltreligion als das Christentum einen bundesweiten Feiertag in Deutschland geben sollte, beantworten 68 Prozent strikt mit Nein, es sollte „für keine von diesen Weltreligionen“ einen Feiertag in Deutschland geben. Befürworter eines nicht-christlichen, aber religiösen Feiertages sprachen sich - bei möglicher Mehrfachnennung - zu 10 Prozent für einen muslimischen Feiertag und zu 9 Prozent für einen jüdischen Feiertag aus. Einen buddhistischen Feiertag fänden 5 Prozent gut, einen hinduistischen 4 Prozent.

Feiertage nachholen, wenn sie auf Sonntage fallen?

YouGov fand außerdem heraus, dass es eine Mehrheit von 53 Prozent der Menschen in Deutschland wenig sinnvoll findet, dass Arbeitnehmer einen Feiertag nachholen können sollten, wenn dieser auf einen Sonntag fällt. In anderen europäischen Ländern ist es durchaus üblich, Feiertage nachzuholen. Dennoch sind nur 41 Prozent in Deutschland dafür, dass es auch in der Bundesrepublik so sein sollte. 6 Prozent haben der Umfrage zufolge keine Meinung dazu. 2016 hatten rund um den Tag der Arbeit am 1. Mai, der auf einen Sonntag fiel, Politiker von Linken und Grünen für eine Nachholregelung geworben. Auch der erste Weihnachtsfeiertag war in diesem Jahr ein Sonntag. 2017 fällt auch Neujahr auf einen Sonntag.

Woher kommen eigentlich die ganzen Feiertage?

Ob nun neun oder 13: die meisten Feiertage in Deutschland haben einen kirchlichen Ursprung.

Neujahr

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Leuchtender Himmel: Das beeindruckende Feuerwerk über Niebüll war weithin zu sehen. Foto:Dieter Wrege

 

Das „Neujahr“ oder auch Neujahrestag ist der erste Tag des neuen Kalenderjahres. In nahezu allen Kulturen wird zu diesem Zeitpunkt das Neujahresfest mit dazugehörigen Bräuchen gefeiert.

Heiligen drei Könige

Gesetzlicher Feiertag in: Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt

 

Die „Heiligen drei Könige“ ist ein kirchlicher Feiertag, der im Gedenken an die heiligen drei Könige, die laut der Weihnachtsgeschichte Jesus Gaben brachten, gefeiert wird. Ein bekannter Brauchtum ist das Sternensingen.

Im Volksbrauchstum gilt der 6. Januar in Süddeutschland als Neujahresbeginn.

Karfreitag

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

 

Der kirchliche Feiertag „Karfreitag“ ist zum Gedenken an den Kreuztod Jesus Christus.

Der Feiertag ist neben Ostern einer der höchsten Feiertage der Christen. Der Karfreitag ist bundesweit einer der sogenannten stillen Tage beziehungsweise stillen Feiertage. An diesem Tag gilt das Tanzverbot. Es verbietet verschiedene öffentliche Ereignisse.

Ostersonntag und Ostermontag

Ostersonntag ist ein gesetzlicher Feiertag in: Brandenburg

Ostermontag ist ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Nur Ostermontag ist bundesweit ein gesetzlicher Feiertag.
Nur Ostermontag ist bundesweit ein gesetzlicher Feiertag. Foto: dpa Foto:Ralf Hirschberger, dpa

 

„Ostersonntag“ ist, anders als viele denken, in den meisten Bundesländern kein gesetzlicher Feiertag. Die Kirche feiert an diesem Tag die Auferstehung Jesus. Der „Ostermontag“ gilt als Fortsetzung des Ostersonntags und hat seinen Ursprung in einer länger andauernden Arbeitsruhe.

Tag der Arbeit

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Den
Den "Tag der Arbeit" genossen viele Menschen in Eutin unterm Maibaum.

 

Der erste Mai, heute bekannt als „Tag der Arbeit“ wurde in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 zum gesetzlichen Feiertag (Feiertag der nationalen Arbeit) erklärt. 1946 wurde der Feiertag vom Alliierten Kontrollrat bestätigt.

Christi Himmelfahrt

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

"Vater" ist ein dehnbarer Begriff: Auch viele Jugendliche nutzen Christi Himmelfahrt für Ausflüge. Foto: dpa

 

An „Christi Himmelfahrt“ wird die Rückkehr Jesus zu seinem Vater in den Himmel gefeiert.

Himmelfahrt fällt jedes Jahr auf einen Donnerstag, 39 Tage nach Ostersonntag.

Pfingstsonntag und Pfingstmontag

Pfingstsonntag ist ein gesetzlicher Feiertag in: Brandenburg

Pfingstmontag ist ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Die Borbyer Pastoren Ole Halley, Brigitte Gottuk und Rainer Kluß (von links) begrüßten am Pfingstsonntag rund 400 Menschen auf der Apfelwiese.
Gottesdienst am Feiertag: Die Borbyer Pastoren Ole Halley, Brigitte Gottuk und Rainer Kluß (von links) begrüßten am Pfingstsonntag rund 400 Menschen auf der Apfelwiese.

 

Im Anschluss auf Himmelfahrt wird mit „Pfingstsonntag“ die Erstehung des Heiligen Geistes gefeiert. Wie Ostersonntag ist auch Pfingstsonntag in allen Bundesländern, außer in Brandenburg, kein gesetzlicher Feiertag. „Pfingstmontag“ dagegen, gilt in ganz Deutschland als gesetzlicher Feiertag.

Fronleichnam

Gesetzlicher Feiertag in: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Fronleichnams-Prozessions: 80 Teilnehmer begleiteten den Zug der katholischen Gemeinde.
Fronleichnams-Prozessions: 80 Teilnehmer begleiteten den Zug der katholischen Gemeinde. Foto: Hinz

 

Das vom mittelhochdeutschen vrône lîcham abgeleitete „Fronleichnam“ bedeutet „des Herren Leib“. Es ist das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi.

Mariä Himmelfahrt

Gesetzlicher Feiertag im: Saarland

Am Feiertag Mariä Himmelfahrt veranstalten Gläubige aus Österreich, Schweiz und Deutschland eine Schiffsprozession auf dem Bodensee. (Bild: dpa)

 

An „Mariä Himmelfahrt“ wird die Aufnahme der Mutter Gottes im Himmel gefeiert.

Tag der Deutschen Einheit

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

 

Am „Tag der Deutschen Einheit“ wird die Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert und erinnert. Bereits von 1954 bis 1990 wurde in der BRD am 17. Juni zum Gedenken an den Volksaufstand in der DDR der „Tag der deutschen Einheit“ (mit kleinem d) gefeiert. 1990 kam dann der „Tag der Deutschen Einheit“ als nationaler Feiertag hinzu. Somit gab es in diesem Jahr zwei Tage der deutschen Einheit.

Reformationstag

Gesetzlicher Feiertag in: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

 

Der „Reformationstag“ ist ein Gedenktag an die Reformation der Kirche durch Martin Luther. Im Jahr 2017 hat der „Reformationstag“ den 500. Jahrestag. Dieser Tag soll in ganz Deutschland einheitlich als Feiertag festgelegt werden, auch in Schleswig-Holstein – ausnahmsweise.

Allerheiligen

Gesetzlicher Feiertag in: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland

 

Am „Allerheiligen“ gedenkt man den Heiligen und denen, die nicht heilig gesprochen wurden. Ebenso wird an diejenigen gedacht, dessen Heiligkeit nur Gott kennt.

Buß- und Bettag

Gesetzlicher Feiertag in: Sachsen

 

„Buß- und Bettag“ war lange Zeit ein Feiertag, der immer wieder auf aktuelle Anlässe angesetzt wurde. Zu Notzeiten und bei Gefahren wurde den Bürgern so die Möglichkeit gegeben, zu beten und Buße zu tun. 1990 galt der Feiertag dann bundesweit als gesetzlicher Feiertag, bis er 1995 zugunsten der Pflegeversicherung abgeschafft wurde. Dies geschah, um die Mehrbelastung der Arbeitgeber durch eben diese Versicherung mit Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen.

1. und 2. Weihnachtstag

Bundesweite gesetzliche Feiertage

Das Wort „Advent“ stammt vom lateinischen Wort „adventus“ ab, was soviel bedeutet wie Ankunft. In der Adventszeit warten wir auf die Ankunft von Jesus Christus, dessen Geburt wir am 24. Dezember feiern. Foto: imago/Westend61 Foto:imago/Westend61

 

Am „1. Weihnachtstag“ feiert man die Geburt Jesus, während am „2. Weihnachtstag“ mehr das Menschwerden Gottes gefeiert wird.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen