Fehlende Fachkräfte von morgen

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28. Juli 2014, 16:14 Uhr

Tausende freie Lehrstellen – und dennoch kommt eine Absage nach der anderen. Jugendlichen, die verzweifelt einen Ausbildungsplatz suchen, ist die gegenwärtige Situation im Norden nur schwer vermittelbar. Während die Wirtschaft lieber heute als morgen unzufriedene Germanistik-Studenten in einen Ausbildungsberuf locken möchte, sehen die Perspektiven für viele jugendliche Schulabgänger mit mittelmäßigen oder auch schlechten Schulnoten düster aus.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. So sind die Anforderungen in vielen Ausbildungsberufen gestiegen. Zugleich hat das Abitur – und damit die Zugangsberechtigung zu den Universitäten – an Wert verloren, wie entsprechende Studien zeigen. Und obendrein hat sich der über Jahrzehnte nachfrageorientierte Ausbildungsmarkt zu einem angebotsorientierten verkehrt.

Einseitige Schuldzuweisungen sind bei einer solchen Gemengelage unangebracht. Klar ist ebenso, dass eine überalterte Gesellschaft es sich heute nicht mehr leisten kann, junge Menschen ohne vernünftige Ausbildung stehen zu lassen. Nicht etwa, weil jeder eine Chance verdient hat, sondern weil jeder Jugendliche ohne Ausbildung eine der in Zukunft fehlenden 85 000 Fachkräfte im Land sein wird.

Dass Unternehmen nicht auffangen können, was zuvor in Elternhäusern und Schulen versäumt wurde, versteht sich dabei von selbst. Daher macht es Sinn, besonders ausbildungswillige Betriebe auch seitens des Gesetzgebers zu fördern und Modelle wie die assistierter Ausbildung, bei der Arbeitgeber von Bildungsträgern unterstützt werden, voranzubringen.

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