FDP-Parteitag: Liberale planen Wiederaufstieg

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07. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Zweieinhalb Monate nach dem Scheitern bei der Bundestagswahl will die FDP ihre Führung nahezu komplett austauschen. Auf einem Sonderparteitag heute und morgen in Berlin kandidiert der nordrhein-westfälische Landes- und Fraktionschef Christian Lindner für den Vorsitz. Er betonte, die FDP bleibe in der Mitte und kämpfe für Marktwirtschaft und Bildungschancen: „Wir müssen unser politisches Koordinatensystem nicht verändern.“

Noch-Parteichef Philipp Rösler, der sich heute von den mehr als 600 Delegierten verabschiedet, tritt nicht mehr an. Um die drei Stellvertreterposten und drei weitere Plätze in der FDP-Spitze werden Kampfabstimmungen erwartet. Die Liberalen hatten bei der Wahl mit 4,8 Prozent erstmals nach dem Krieg den Einzug in den Bundestag verpasst.

Der 34-jährige Lindner gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Chefposten. Es gibt bislang zwei kaum bekannte Mitbewerber. Nicht alle Landesverbände stützen Lindner vorbehaltlos.

Mit Spannung wird erwartet, ob es zur offenen Abrechnung der Basis mit der alten Führung kommt. Neben Rösler wollen sich die noch amtierenden Minister Daniel Bahr, Dirk Niebel, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Guido Westerwelle zurückziehen. Der scheidende Generalsekretär Patrick Döring warf seiner Partei zum Abschied Rassismus im Umgang mit Rösler vor, der einst als Waisenkind aus Vietnam nach Deutschland kam. Manch Liberaler habe von „dem Vietnamesen“ gesprochen.

Als Lindners Stellvertreter sind mehrere Bewerber im Gespräch: der Kieler Fraktionschef Wolfgang Kubicki, die Landeschefs Volker Wissing (Rheinland-Pfalz) und Uwe Barth (Thüringen) sowie die Düsseldorfer Kommunalpolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

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